Auf den Fenstern der Stadt

Text

von  Pearl

spiegeln sich die Laternen.

Ich lasse meine Worte los,

zerspringen wie Perlen.

Die Musik verklingt.

Was kann ich noch fühlen

außer dem Sommerwind?


Ich rieche nach Parfum, blauem Alkohol.

Die Nachbarn sind da.

Das Handy ist tot.

G. und E. waren hier mal,

jetzt male ich Sterne.

Ich hatte sie beide

sehr gerne.

Mit E. telefoniere ich oft,

für G. bin ich ein rotes Tuch.

Und so sehr ich auch hoff',

unsere Synastrie bleibt verflucht.


Kein Schnitt ist so tief

wie die erste Liebe.

Der Kühlschrank summt.

Diese Liebe reicht tiefer.

Bis unters Meer,

zehn Stockwerke, mehr...

Ihr Schwanengesang.

Mein Herz wiegt schwer.


Autos fahren vorbei,

ab und zu.

Rubine im Licht,

rechts und links.

Mit meinen Gedanken allein,

so wie wir alle.

Wir erkennen uns nicht.

Das zu glauben, ist eine Falle,


der Venus ihren Namen gab.

Man nennt sie auch Morgenstern.

Schwefel im Himmel,

Luzifer.


Wir Menschen sind wie er,


gefallene Engel.

Mit Flügeln aus Blei,

Egos und Machtgefällen.


Manchmal ein Schrei,

mitten in der Nacht.


Wo Liebe sein sollte,

herrscht nun Hass.

Wir binden uns.

Lesen nicht das klein Gedruckte.

Liebe ist ein Diamant.

Nicht ein Stück Zucker.

Eine Rose voll Dornen.

Sie entspricht nicht den Normen.

Kein Stück Schmuck,

so wie ein Ring.

Liebe ist ein Diamant,

doch sie fehlt mir,

wenn ich ehrlich bin.


Was kann ich noch fühlen

außer Sommerwind?


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Kommentare zu diesem Text


 Alazán (12.06.26, 00:40)
Erst die Mängelliste:

"Stille" muss man nicht schreiben, die lässt sich poetisch darstellen / umschreiben / bezeichnen.
Welche Musik zerspringt?
nach "fühlen" kein Komma.
"Parfum" ohne e.
"blauem Alkohol" mit m (Dativ).
"G. und E." - das hier ist ein künstlerisches Werk, es müssen keine realen Namen anonymisiert werden, erfinde einfach welche, die poetisch passen.
"Kein Schnitt so tief" (ich würde das "aber" streichen, weil es ja kein Widersprich zum Vorher Gesagten ist).
Kein Punkt vor "bis unters Meer".
"Wir Menschen sind wie sie" (statt er, es geht um die Venus, aber wenn Du lieber auf "den Stern" rekurrieren magst, voll ok).
Kein Punkt vor "mit Flügeln aus Blei".
Kein Punkt vor "Lesen nicht das"
"Kleingedruckte" (zusammengeschrieben und groß)
(Kein Komma vor "außer dem Sommerwind?")

Nun das Lob:
- Motiv des Fensterguckens stringent und kreativ durchgezogen, v.a. schön "Rubine im Licht"
- Ansätze für Sinn für poetisches Spiel mit der Syntax ("Ich hatte // sie beide") sehr schön.
- Chaos finde ich auch immer gut, woher die Stockwerke tiefer oder Schwangesänge nun kommen, darüber kann man dann nachdenken und hat was zu tun
- Netter Schluss mit Bezug zum Vorigen

Auch wenn "Liebe ist ..."-Gedichte so wahnsinnig ausgelutscht sind, sind sie in neuer Zeit auch immer wieder interessant. Dein Ansatz ist modern und gefällt mir. Weiter so, bitte.

 Pearl meinte dazu am 12.06.26 um 01:08:
Danke Alazán für die Beschäftigung, die genaue, mit dem Text. Bei " Parfume" dachte ich gleich,  dieses Wort schaut komisch aus! Und der Dativ ist mein Feind :) mit deiner Mängelliste, hast du mir manches zur Hand gereicht, was ich ändern muss und will. Anderes ist Stil und ich würde auch in Zukunft nicht mehr so frei schreiben, wenn ich es nun ausbessern würde, damit es gram. korrekt ist. Aber manche deiner Tipps sind Top.
Schwanengesang, weil meine erste Liebe lebt nicht mehr. Ich habe sie auch oft ( in früheren Texten) mit einem Schwan in Verbindung gebracht. 
Die Initialen lasse ich auch stehen.

Liebe Grüße von Pearl
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