Am Gnadenhof

Alltagsgedicht zum Thema Absurdes

von  Moppel


 

Es fragte sich der alte Stier

verwundert eines Tags um vier:

Bin ich etwa das Alphatier

hier?

 

Die Henne, sexuell erregt,

kräht laut, weil sie kein Ei mehr legt.

Und auch der Ganter mischt sich ein,

gehässig, er hat nur ein Bein:

 

„Das ist bestimmt so ohne Frage,

den Eindruck hatt ich manche Tage!“

Stumm naht der Büffel, er will saufen.

Erschrocken gehen alle laufen.

 

„Ihr tickt nicht sauber,“ sagt das Schwein,

wahrscheinlich wollt ihr’s selber sein.

Drum fällt euch auch nix andres ein,

als dauernd nur herumzuhetzen!

 

Den Hintern wund, kann sich nicht setzen,

muss auch der Münchner Esel ätzen.

Er blökt. „Ia ia i a.“

„Na klar, na klar,“ lacht nun das Schwein,

 

bist ja von Jesus selbst gesegnet.“

Und suhlt im Schlamm sich wohlig ein.

Man weiß nicht, wann es wieder regnet…



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Kommentare zu diesem Text


 niemand (09.07.26, 10:07)
Da ist ja echt goldig, liebe Monika   :D   Das Tier im Menschen, oder der Mensch als Tier ... mit all seinen Eitelkeiten und seinem Größenwahn.
Der Gnadenhof passt ja auch besonders. Selbst auf einem solchen schwindet die Eitelkeit nicht.  Mit amüsierten Grüßen, Irene     ;)
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