Das Meer hat über Nacht
seine Tiefe verlegt.
Nun liegt sie im Watt
zwischen Muscheln und Himmel.
Ein Möwenschrei
findet keinen Ort
für sein Echo.
Das Gras
wächst am Wind vorbei.
Im Sand verrutschen
die Himmelsrichtungen.
Weit draußen
hebt eine Welle
den Horizont.
Darunter liegt Meer.
Die Ebbe zieht
den Grund aus dem Wasser.
Schlick atmet dunkel.
Das Licht steht
schief im Wasser.
Hier endet,
was sich
sagen lässt.
Ich gehe hinaus.
Meine Schritte
lösen sich von mir,
einer nach dem anderen.
Hinter mir
zieht sich die Nähe
zurück.
Die Nordsee hebt
ihre nasse Stirn.
Kein Ufer mehr.
Nur Wasser,
das den Himmel
von unten öffnet.
Unter meinen Rippen
wechselt die Tide.
©Sigrun Al-Badri/ 2026