Sturm im Blut

Gedicht zum Thema Dunkelheit

von  Saira

Schweres Wasser
drückt in meine Adern.
Himmellos.

 

Salz
hinter meinen Augen.

 

Fern von mir
atmet er
gegen die Dunkelheit.

 

Ich strecke die Hand,
alles gleitet fort.

 

Gedanken
sinken müde
in die Tiefe,
als hätten sie
keine Kraft,
bei mir zu verweilen.

 

Die Welt
liegt in Grau,
eine klaffende Wunde,
die nie heilt.

 

Häuser kauern
unter endlosem Regen.

 

Bäume
rühren sich kaum,
vergessen,
wohin der Wind
einmal wollte.

 

Atemzug für Atemzug
kaltes Wasser,
das mich ausleert.

Straßen ziehen vorbei –
verlassen.


In jeder Pfütze
taucht sein Schatten auf,
für einen flüchtigen Moment,
wie ein Funke
im Meer aus Nacht.

 

Manchmal glaube ich,
die Dunkelheit
hat begonnen,
uns still
von innen auszuhöhlen,
uns zu zerbrechen,
ohne dass wir es merken.

 

Ich weiß,
ich kann nichts halten.
Nicht ihn.
Nicht die Nacht.
Nicht das,
was leise zerfällt.

 

Also stehe ich
und umfasse
das letzte Licht.

 

Erschöpft.
Doch unbezwingbar,
als wollte es flüstern:
„Bleib noch.“

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (17.05.26, 13:16)
Liebe Saira,
so schön deine Lyrik ist, so traurig kommt sie in diesem Gedicht an. . Es gibt Momente, die sich so spüren lassen, wie du sie beschreibst, wenn alles Liebe erlischt und nur Wehmut bleibt. Häuser verlieren ihr Buntes, der Wind flüstert nicht im Wipfel der Zitterpappel. Vögel verlieren ihre Lieder im Flug. Schwere Gedanken hängen wie Regenwolken über dem Land.
Aber: leichter Atem streicht über dein Bewusstsein, der Farbkasten setzt seine Nuancen frei.Sie umschmeicheln dich, weben neue Aspekte , die dir guttun bei deinem unermüdlichen Schaffen.
es grüßt dich ganz herzlich!
DerReli
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