Herr M. und der Duft der Frauen

Gedicht zum Thema Nonsens

von  niemand



Herr M. ist noch ein Junger und recht Fescher,

doch mit geschwächter Sehkraft einst geborn -

die Augengläser sitzen wie zwei Äscher

im modischen Gestell aus schwarzem Horn.


Er hat der schwachen Sehkraft längst vergeben,

im Augen-Nebel scheint die Welt ihm weich.

Mit Träumen lässt im Dunst sich auch gut leben -

nicht scheint ihm hart, nichts ist Konturen reich.


Herr M. liebt Frauen und des Weibs Gerüche -

schon in der Küche war sie eine Schau,

die Köchin Frida, samt der Freitagssprüche,

umweht von von einem Hauch des Kabaljau.


Grad schlendert M. durch eine Promenade -

die Sonne scheint, wie sonst im Bilderbuch.

Herr M. genießt die Spannkraft seiner Wade,

da dringt in seine Nüstern ein Geruch.


Wie doch bekannte Düfte ihn umwehen -

es riecht nach Schellfisch, Kabeljau und Butt.

Herr M. verlangsamt seinen Schritt, bleibt stehen,

ruft: „Hallo, Mädels!“ Und das tut ihm gut.


Dann schreitet er voran, mit frohem Grinsen -

dank Augenschwäche geht nichts in die Binsen.




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