Winterkind

Gedicht zum Thema Jahreszeiten

von  niemand



Das vierte Kind fügt sich kaum ins bewährte

Bild der Geschwister, in des Jahres Lauf.

Der Vorgang jener Neugeburt, er zehrte

die Kraft der Mutter-Erde ziemlich auf.


Man schaut es an und merkt mit großem Staunen,

da fiel doch irgendetwas aus dem Lot,

gebettet in ein Grau aus Wolkendaunen,

ringt dieses Bündel jetzt schon mit dem Tod.


Die Haut ist fahl, der Blutdruck spricht von Kühle,

wie Eiskristall sticht beider Augen Blau.

Dem Knochenkorpus mangelt es an Fülle,

der Ton, der von den Lippen fällt, klingt rau.


Kommt man ihm nah, beginnt das Kind zu pieseln -

die dünnen Haare leiden stark an Spleiß.

Dreht es das Köpfchen, sieht man Schuppen rieseln,

unsagbar groß und ungewöhnlich weiß.



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