Trag-weite(r)

Gedankengedicht zum Thema Innenwelt

von  Martina



Es scheint eine Urangst in mir zu existieren, 

eine Angst davor, mich in ein Wolkenmeer aus Melancholie zu verwandeln, 

welches die ganze Welt und meine Seele verschlingt.

Angst davor, sie zuzulassen und dabei in eine Traurigkeit gerissen zu werden, wie ein Schmetterling, der in die stürzenden Wassermassen der Niagarafälle gerät, 

und für alle Ewigkeiten dort gefangen ist.

Das alles, weil mein Herz an der Kälte, der Ungerechtigkeit, der Unfähigkeit der Menschen leidet,  nicht liebevoll mit der Natur, und allem Beseeltem was ihn umgibt - umzugehen.

Bei all der Gewalt, dem Missbrauch, dem Hass, der Rache und Machtbesessenheit, der Abgestumpftheit, vor allem der Blindheit gegenüber dem Leid der Tiere, dieser göttlichen reinen Seelen, ist das, was mich zu verschlingen  droht.

Das, was mich rettet, ist - nicht dem Ruf zu folgen, mich nicht in Versuchung führen zu lassen, 

mich meiner Trauer hinzugeben, 

ich käme da nicht mehr raus!

Deshalb ist das, was mich rettet, 

jeder neue pulsierende Morgen, jedes Amsellied, jeder neue Frühling, jede Blume, jeder Blick in Augen von Mensch und Tier, in denen ich spüre, dass dort eine gute Seele wohnt.

Was mich rettet ist, dass ich mit meiner Hoffnung, dass eines Tages alles gut werden könnte, nicht mutterseelenalleine bin, dass die Zahl der Menschen mit jedem Morgen wächst, 

die wie ich dafür leben!

©M.Brandt






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