Das Gute

Skizze

von  Beislschmidt

der Geist des Guten


ist nur ein Teil unserer Welt
weil das Schlechte so weit weg ist


gäbe es das Schlechte dort nicht
wäre man hier weniger gut

salbt euch doch selbst
auf euren gepolsterten Beichtstühlen


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Kommentare zu diesem Text

Klemm (64)
(04.11.24, 18:36)
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 Beislschmidt meinte dazu am 05.11.24 um 09:51:
@Klemm
Eine interessante Anmerkung, über welche sich das Nachdenken lohnt.

Seit die schlimmste Horde seit Dschingis Kahn über diese Welt fegte, haben Begriffe wie Gut und Böse eine andere Dimension bekommen.
Die Anwesenheit von Gut in einer vom Bösen dominierten Welt, mag wohl existieren, spielt aber im Szenario nur eine kleine Nebenrolle und wird von der unfassbaren Frage zugedeckt wie ein Volk zu so einer solchen Gräueltat fähig sein kann.

Ich habe letzte Woche ein Interview mit Sandra Hüller gesehen, die im Film
"The zone of interest" die Hedwig Höß und Gattin des Auschwitz Lagerkommandanten Rudolph Höß spielt. Dieser Film versucht paradoxerweise Menschlichkeit und Güte in einem bestialischen Umfeld darzustellen aber dieser Versuch scheitert kläglich.

Die "deutschen" Sekundärtugenden, wie Pflichtbewußtsein, Ordungsliebe  Nuturverbundenheit, bewahrten die Täter von damals nicht vor dem Ausblenden jeglicher Moral und Ethik, weil der strikte Gehorsam, der die Selbstkritik unterdrückt, die Untermenschen völlig in der Gewalt hat.

Es fällt mir schwer, vor diesem Hintergrund an der Generation unserer Väter und Täter das Quäntchen Glück und Barmherzigkeit zu sehen.

Jedoch wie ein Volk von Opfern umstandslos zu einem Volk von Tätern wird, sehe ich mit Entsetzen aktuell auf dem Kriegsschauplatz in Gaza, wo dem Volk wiederum die Mär mit dem Recht auf Selbstverteidigung erzählt wird.

Antwort geändert am 05.11.2024 um 09:54 Uhr
Klemm (64) antwortete darauf am 05.11.24 um 11:22:
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 Beislschmidt schrieb daraufhin am 05.11.24 um 11:48:
Gute für Betroffene
Eine Frage der Perspektive. Wenn ich selbst im Geschehen involviert bin, trifft das zu. Wenn man von außerhalb komplexe Zusammenhänge erfasst, überwiegt die Ballung der Grundtendenz, gerade bei dem angeführten Beispiel des KZ.

Im Alltag, klar, bin ich derjenige, der anpackt und hilft aber macht mich das glücklicher oder gut?
Klemm (64) äußerte darauf am 05.11.24 um 12:15:
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 Beislschmidt ergänzte dazu am 05.11.24 um 13:32:
Freudvoller, ja, das trifft es. Die kleinen Dinge nicht außer Acht lassen, ist guter Ansatz. Vielleicht ändert das Weltenschiff doch noch den Kurs.

 LotharAtzert (04.11.24, 22:24)
"Das Gute ist des Bösen Kapital" heißt es im Taoismus. Gemeint ist, daß du durch das Böse sehr aufmerksam wirst, falls du noch etwas länger leben willst und lernst, ihm zuvorzukommen, oder es im besten Fall in Gutes umwandelst. Mit anderen Worten, du brauchst es, um deine eigene Lahmarschigkeit zu überwinden. 
Kein Lahmarsch - kein Böses.

Fällt mir noch Nietzsche ein: "Der Mann ist böse; das Weib ist schlecht".

 Beislschmidt meinte dazu am 05.11.24 um 11:58:
@Lothar

Kein Lahmarsch - kein Böses.
Ich versuche zu verstehen aber in der Zeitabfolge habe ich Zweifel. Wenn man immer schneller wird, beißt sich die Katze in den Schwanz, wie es im Volksund heißt.

Andererseits definiert sich das Gute über das Vorhandensein des Bösen. Gäbe es kein Böses, wie könnte man das Gute erfassen.

Kästner dichtete mal...
Der Mensch ist schlecht, er bleibt es künftig
Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig.

Antwort geändert am 05.11.2024 um 11:59 Uhr
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