Generation Bachelor

Text

von  Beislschmidt

Generation Bachelor

Ein Bachelor macht noch keine Bildung ....
Dem Umstand zufolge,  dass immer mehr Menschen immer besser gebildet oder richtigerweise ausgebildet werden, steht das traurige Gegenbeispiel einer paradoxen Verdummung entgegen. Waran mag das liegen, dass gut ausgebildete Menschen keine politische Lesart mehr haben und konsequent kausale Zusammenhänge ausblenden?

Ich halte es denkbar, dass die Eingleisigkeit unseres Bildungssystems mit dem Fokus Fachidioten zu züchten ein Grund dafür ist. Die Verneinung eines breiten Bildungsangebotes, mit dem Abwählen von Geisteswissenschaften, Kunst und Sport entlässt zwar erfolgsorientierte aber auch vertrottelte Schüler in Universitäten und später auf den Arbeitsmarkt. Im Vordergrund stehen dann Marketingsysteme, Qualitätsmanagement oder Zeitmanagement, die alle eins gemeinsam haben, dass der moderne Mensch sich nur noch in vorgegebenen Strukturen bewegt und seine schöpferische Kraft, wie auch seine angeborene Neugier vollends aufgibt.

Diese hierarchisch nach oben ausgerichtete Akzeptanz vernichtet das Phänomen der Infragestellung - persönlich, wie auch politisch. Das heißt,  man ergibt sich den Vorgaben und fügt sich in den zugewiesenen Platz innerhalb einer Gesellschaft.

Alles hübsch geordnet zwischen erfolgsorientierter Life Balance und gut bezahltem Wohlverhalten. Natürlich gibt es Ausnahmen, wie die FFF Bewegung aber auch die forcieren straff organisiertes Kaderdenken.

Im Grundsatz erleben wir eine bedenkliche Entwicklung, weil das Individuum selbst nur noch eine Sekundärrolle spielt. Und dieses Individuum ist umso anfälliger dem Impuls der Diffamierung nachzugeben, wie man in den TV Talkrunden täglich erleben kann.
Mit ein Grund warum ich keine Blöd Shows mehr schaue.

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Kommentare zu diesem Text

Mondscheinsonate (48)
(08.06.24, 18:33)
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 Beislschmidt meinte dazu am 08.06.24 um 19:20:
Das finnische Bildungssystem dient vielen Ländern als Vorbild. Kein Wunder: Seit die Pisa-Studie im Jahr 2000 zum ersten Mal erhoben wurde, zählen die finnischen Schülerinnen und Schüler stets zu den Spitzenreitern. Doch was macht sie so erfolgreich?
Finde ich sehr interessant. Künstlerisches Arbeiten, Sport, Musik und Vertrauen in die Schule aaufbauen.unser Schulsystem sieht so aus, dass ein Viertel aller Schüler ohne Abschluss dastehen und nur für den gering qualifizierten Arbeismarkt zur Verfügung stehen. Wo sollen die dringend benötigten Facharbeiter denn herkommen, wenn sie in jungen Jahren schon kaputtgeschult werden? Die Elten bleiben dann unter sich und liefern die angepassten Betamenschen, die über Briefing, Consulting etc zu Karriereristen herangezogen werden. Dementsprechend  sieht unsere Gesellschaft aus.
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https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/familien-geschichten/darum-sind-finnische-kinder-so-schlau

Antwort geändert am 08.06.2024 um 19:21 Uhr
Mondscheinsonate (48) antwortete darauf am 08.06.24 um 19:24:
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 Beislschmidt schrieb daraufhin am 08.06.24 um 19:33:
Joha, deswegen ist es so wie es ist bei uns. 
Aussortieren, Zuweisung in ein Schubladensystem und der Verleihung des goldenen Ellbogens nach 20 Berufsjahren. Na ja...

 Quoth (08.06.24, 18:49)
dass der moderne Mensch sich nur noch in vorgegebenen Strukturen bewegt und seine schöpferische Kraft, wie auch seine angeborene Neugier vollends aufgibt.
Anpassungsdruck ist doch etwas Gesundes (und schon immer und überall Dagewesenes), wer schöpferisch und neugierig veranlagt ist, muss eben auch die Kraft aufbringen, sich dagegen aufzulehnen. Bloß nicht jedem Esel einreden, es stecke ein Künstler oder Genie in ihm - er wird immer nur "Mäh!" schreien.

Kommentar geändert am 08.06.2024 um 18:50 Uhr

 Beislschmidt äußerte darauf am 08.06.24 um 19:27:
Bloß nicht jedem Esel einreden, es stecke ein Künstler oder Genie in ihm 
Typischer Einwand einer Dünkelpostille, die elitäre Schätzchen mit Hubschraubermuttis präferiert. Das sehe ich ganz anders.

 AchterZwerg (09.06.24, 06:22)
Aus meiner Sicht liegt das Problem in der Abhängigkeit.
Kreative waren (und sind) bis auf wenige Ausnahmen schon immer Lakaien gut verdienender Fachidioten.
Wertschätzung gilt nicht dem kultivierten und zivilisierten Menschen, sondern dem dämlichen Plapperer und Populisten!

 Beislschmidt ergänzte dazu am 09.06.24 um 07:37:
Ja und nein, liebe Heidrun. Beim Thema "Abhängigkeiten" der "Kreativen" fällt mir Boticelli und die ganzen Jungs ein, die für die Kirche und Senatoren gearbeitet haben aber es waren, trotz der handwerklichen Brillanz, eben nüchterne Auftragsarbeiten.
Der "Befreiungsschlag" kam mit den Surrealen  aber auch mit dem Surrogateffekt von Kirche hin zur Kuratoriumsmafia, bei gleichbleibendem Wohlverhaltensdruck. Du hast recht damit, dass hinter jedem Künstler ein Kurator, Galerist, Kuluramtsleiter, Minister, Lektor ua steht, der seinen Vorteil generiert und die Schlagzahl der Kunst vorgibt. Wie auch bei Missfallen Künstler in Ungnade fallen läßt wie Peter Handke, G Gchmalz-Jakob, Candice Breitz etc. Wie du sagtest: - dämliche Plapperer.

Und so ist das auch bei Hinz und Kunz, nur variieren die Spielregeln von Fall zu Fall. Es ist die Macht der Macher oder Entscheider, das alte Spiel welches von A. Huxley schon so treffend beschrieben wurde und von dem sich das Gros der Menschen nicht lösen konnte. Gerade das oft zitierte "deutsche Gen", das Anpassung und Herdendenken persifliert wurde oft genug beschrieben und findet sich 1:1 in der Forenwelt wieder.
Schönen Wahlsonntag
Beislgrüße

Antwort geändert am 09.06.2024 um 07:40 Uhr

Antwort geändert am 09.06.2024 um 07:42 Uhr
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