Längst gefangen

Gedicht

von  Beislschmidt

Längst gefangen  

So viele sind voraus gegangen
und sind im hohen Gras verschwunden.
Die bunten Falter längst gefangen,
von Träumen zeugen nur mehr Schrunden.

Auch Plätze in den Logen lichten sich
und man verschläft der Herzen Schläge
Man ignoriert den kleinen Schmerzensstich,
doch jeder Lebensstrang wird träge.

Da draußen tobt das bunte Treiben.
Ich wollt' doch nie so lange bleiben.

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Kommentare zu diesem Text


 Moppel (13.01.26, 18:37)
wie lange man bleiben muss, bestommen nicht wir, Beisl... lG von M.

 Beislschmidt meinte dazu am 13.01.26 um 21:24:
Das wissen wir nicht, Moni, zum Glück aber im Kopf ist das Ränzlein längst gepackt.
Liebe Grüße vom Beisl

 AchterZwerg (14.01.26, 07:16)
Ein wunderbares Gedicht, dass den Kern trifft.

Wir sterben eigentlich immer. An der alltäglichen Routine und dem Mangel an echten Gefühlen. - Oder sind schon lange verstorben.

Gleichwohl: Der nächste Frühling kommt bestimmt; dein Moped und die Straße warten schon!  <3

 diestelzie antwortete darauf am 14.01.26 um 08:39:
Wir sterben eigentlich immer...
dazu fällt mir dieser Dialog ein:

"Wir leben nur einmal."
"Falsch! Wir sterben nur einmal. Wir leben jeden Tag."

Es schadet sicher nicht, sich das ab und zu mal selbst zu sagen.  ;)

 Beislschmidt schrieb daraufhin am 14.01.26 um 08:56:
Es gibt so Gedichte, die man nicht konstruieren kann, die einem eher aus der Hand wachsen. Seitdem sich die Hiobsbotschaften der Welt die Klinke in die Hand geben, ist mit der Leichtigkeit dahin und ich stelle ungläubig fest, wie das Fernsehen weiter Witze reißt, als wären die letzten Jahre nie passiert. Das stimmt traurig und ich, der eher fürs Schenkelklopfen gereimt hat, werde trocken im Hals und ich frage mich, kommt der nächste Sommer und der Fahrtwind durch Blüten und Bäume? 
Beislgrüße

 diestelzie (14.01.26, 08:33)
Manchmal frage ich mich, ob wir im Alter weniger empathisch sind, ob das Leben uns hart gemacht hat, wohl wissend, dass Gefühle uns nichts bringen. Die bunten Falter? Ja, entweder sind sie davongeflattert (Immer einer mehr, mit jeden Menschen, den wir verloren) oder wir halten sie gefangen - aus Angst.

Liebe Grüße
Kerstin

 Beislschmidt äußerte darauf am 14.01.26 um 09:02:
Ich denke nicht, dass wir verhärten und ich erinnere daran, wie wir/du (manche jedenfalls) den Kranz für unsere Kollegin und Freundin Alma Maria Schneider organisiert haben. Im Kleinen ist es also möglich und das genügt mir und stimmt mich freundlich wissend.
Beislgrüße
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