Wie geht`s weiter?

Sonett zum Thema Tod

von  IngeWrobel

 

Ja, lasst die Flammen gierig nach mir lecken!

Es ist doch nur ein Körper – Hülle nur.

Irdisches Feuer kann mich nicht mehr schrecken:

Ist allenfalls für Bleibende Tortur.

 

Wenn ich das Licht am Tunnelende sehe,

muss ich nicht fragen, wie es weitergeht,

weil ich vorm allerletzten Richter stehe,

der einzig weiß, was allzeit ich gesät.

 

Wie`s weitergeht will trotzdem jeder wissen.

Wird man im Jenseits dieses Hiersein missen?

 

Wenn ich dort bin und kann die Antwort sagen,

werde ich lächeln über diese Fragen.

Denn wenn man dort ist, braucht man sie nicht mehr.

Ihr wisst dann selber – denn auch ihr kommt her.

 

 

Inge Wrobel © 25.12.2007/13.04.2026



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Kommentare zu diesem Text


 GastIltis (13.04.26, 12:40)

Hallo Inge, wie geht es weiter? 

Es ist die Seele längst im tiefen Frieden
zu dem Ereignishorizont auf Spur.
Da denkst du nicht an Feuersbrand hienieden
und auch nicht an das Ticken einer Uhr. 

Dabei, wirst du den Horizont erreichen,
sieh über ihn hinaus und wundre dich.
Bedenke, deine Seele wird dann weichen
in dieses Nirgends und bleibt ewiglich. 

Die Fragezeichen die gleich den Photonen
durch Raum und Zeit wie Mauersegler ziehn,
ob sich Neutrino-Schwärme noch verlohnen
als Götterboten vor sich selbst zu flehn, 

es ist die Seele doch im tiefen Frieden,
und keiner ahnt und will etwas hienieden. 

Herzlich grüßt dich Gil.

Kommentar geändert am 13.04.2026 um 12:46 Uhr

 IngeWrobel meinte dazu am 13.04.26 um 18:22:
Lieber Gil, 
ich bin total begeistert von diesem Antwort-Sonett, dessen Aussage ich uneingeschränkt teile. 
Die Mauersegler sind ein so schönes Bild ... und dann noch die Neutrinos!!! Deren Fähigkeiten hab ich schon früh erkannt und gewürdigt, so in meinem "Flug zum Mond" → keinverlag.de/502233.text 
Wie gerne hätte ich mich hier bei Dir mit einem Sonett für Deinen Kommentar bedankt ... aber leider, leider ist meine Fähigkeit des Spontanreimens inzwischen bis auf Zweizeiler geschrumpft. *heul* 
Unvermindert herzliche Grüße gehen aber noch: 
Danke für Kommentar und Empfehlung! 
Inge

 GastIltis antwortete darauf am 13.04.26 um 20:20:
Liebe Inge, 
die Freude liegt ganz bei mir. Weil ich einmal weder ein Kenner, noch ein besonderer Liebhaber von Sonetten bin. Jedenfalls von meinen eigenen. Aber deine Zeilen, auch wegen des Themas, hatten mich übermannt. Und dann die Tatsache, dass du nach wie vor die einzige Userin bist, die ich in allen Foren jemals persönlich kennen gelernt habe. Ist das nicht schön?
Nochmals liebe Grüße von Gil.

Das nehme ich vorab schon mal an:

Es ist die Seele längst im tiefen Frieden
zu dem Ereignishorizont auf Spur.
Da denkst du nicht an Feuersbrand hienieden
und auch nicht an das Ticken einer Uhr.

Dabei, wirst du den Horizont erreichen,
sieh über ihn hinaus und wundre dich.
Bedenke, deine Seele wird dann weichen 
in dieses Nirgends und bleibt ewiglich.

Die Fragezeichen die gleich den Photonen
durch Raum und Zeit wie Mauersegler ziehn, 
ob sich Neutrino-Schwärme noch verlohnen,
als Götterboten vor sich selbst zu fliehn, 
es ist die Seele doch im tiefen Frieden,
und keiner ahnt und will etwas hienieden.

Antwort geändert am 14.04.2026 um 12:57 Uhr

Antwort geändert am 14.04.2026 um 12:58 Uhr

 IngeWrobel schrieb daraufhin am 14.04.26 um 11:14:
Lieber Gil, 
ich erinnere mich gut an unser persönliches Kennenlernen. 
Bis zum Ende, als wir vom Turmwächter rausgeschmissen wurden, hast Du dich wie eine Jungfrau geziert und Deinen Namen nicht genannt. Hast Du mal darüber nachgedacht, wie enttäuschend es für Dich gewesen wäre, wenn ich einen, nicht Deinen, Namen gesagt hätte? 
Im Gegensatz zu Dir hatte ich ja bereits diverse Autorentreffen besucht, sogar selbst veranstaltet, und kannte etliche Autoren/User mit ihrem Nickname und durch regen schriftlichen Austausch. Als dann Dein "Outing" kam, war ich froh, weil Du mir auch persönlich sehr sympathisch warst. 
Leider hab ich inzwischen nicht mehr die Energie, Treffen zu besuchen oder gar selbst zu initiieren, aber ich habe nur gute Erinnerungen daran. Die Lesung in Kleinmachnow gehört zu den besten. 
(Nach soviel schmeichelhaften Bekenntnissen möchte ich Dir noch für die Zeile vier im dritten Quartett Deines Sonetts ein i schenken.) 
Viele liebe Grüße und ein Lächeln 
von der Inge

 GastIltis äußerte darauf am 14.04.26 um 13:01:
Danke Inge, ist nicht ganz gelungen.

 harzgebirgler (14.04.26, 14:11)
liebe inge,

mir kommen da Sokrates' letzte Worte seiner berühmten Verteidigungsrede vorm Schierlingstrank in den Sinn: „Jedoch, es ist Zeit, dass wir gehen, ich um zu sterben, und ihr um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott“ (Platon, Apologie des Sokrates).

Herzliche Grüße,
Henning

 IngeWrobel ergänzte dazu am 16.04.26 um 00:54:
Danke, lieber Henning, für Deinen Kommentar und den Sprung zu Sokrates. 
Ich habe in einem Gedicht die Philosophie Sokrates`und den Schierlingsbecher aufgegriffen und zitiert ... kann mich aber partout nicht an den Titel dieses Gedichtes erinnern.  :( 

Wie schön, dass es Vielschreiber Platon gab, der die Gedanken und Weisheiten des Sokrates für uns erhalten hat! 

Herzliche Grüße zurück von der Inge 

PS: Wenn mir der Titel des o.g. Gedichtes wieder einfällt, werde ich es hier bei kv posten.

 harzgebirgler meinte dazu am 16.04.26 um 13:30:
:) :) :D :D
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