Frühling?

Gedicht zum Thema Jahreszeiten

von  IngeWrobel



Frühlingswind – maskiertes Kind,
täuschst mit deinem dünnen Kleide:
lichtgewoben, sonnengolden.
Sorglos lächelnd zeigst du
der Täuschung Schleiertänze.

Ehrlich ist der Bruder Herbst!
Kein Hehl macht er aus seinem Wollen:
Fegt hinweg die Reste des Sommers,
um das Parkett zu glätten
für den kältesten der Brüder.

Du aber,
grimmer Wächter des jungen Lenz,
hältst kalt und unbarmherzig zurück,
wonach unsre sehnsüchtigen
Finger greifen.

Als gälte es, 
drei Jungfrau‘n zu schützen:
Flora, Primavera und Ostara.
Du Frühlingswind – du Mummenschanz.





Inge Wrobel © 2010-03-26






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Kommentare zu diesem Text


 franky (01.05.26, 10:16)
Hi liebe Inge, 
"wonach unsre sehnsüchtigen
Finger greifen.

Als gälte es, 
drei Jungfrau‘n zu schützen:"


Frühlingshaft und Nachdenklich. 

Liebe Grüße von Franky  

 Reliwette (03.05.26, 19:50)
Ja, Inge, du beschreibst die Jahreszeiten lyrisch. Mir gefällt das - auch mit klammen Fingern, die tauen doch mal auf, wenn der Sommer kommt und alles Wehleiden beendet. Allerdings reihen sich die Zustände, die du neschreibst in gefühlten immer kürzeren Perioden  Das nächste Poem könnte heißen: Wo ist nur die Zeit geblieben? Gestern war heute noch morgen. Ein Sonnengruß zu Dir, liebe Inge, alles braucht seine kurze Zeit, um zu werden!
Gruß! Hartmut

Kommentar geändert am 03.05.2026 um 19:51 Uhr
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