Das KuckucksKeinerlei

Kurzprosa zum Thema Eigene Welt

von  DanceWith1Life

Als wäre ich nüchtern, kam es mir in den Sinn, meine Floskeln könnte ich mir sparen, also für dieses Gespräch mit mir Selbst.
Ich müsste nicht ein einziges Wort sagen, denn ich höre mich auch so, das Geschriebene wird die Übersetzung, bestenfalls für den Leser nur minimal verfälscht, meist unabsichtlich, meist unbemerkt und beeinflusst durch Gründe, die kennt man noch gar nicht, all dies Teil der Selbstdarstellung, die für den echten Dialog nicht notwendig ist.
So stand ich da, vor dieser Gestalt, die ich als mich selbst erkannte.
Und plötzlich erinnerte ich mich, an jenen Tag, an dem ich so auf einer Bank saß.
Die Gestalt nickte unmerklich, sie schien meine Gedanken zu kennen.
Als ich gerade fragen wollte, ob ich mich setzen... wies sie mir mit einer Handbewegung einen Platz neben Sich/mir.
Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, es ging so schnell, als ich mich setzen wollte, fragte ich mich für den Bruchteil einer Sekunde, wie das wohl wäre, also neben sich selber sitzen, ein nicht im psychologischem Sinne sehr treffendes Bild für eine sehr reale Situation, die zu lösen es gilt, und saß plötzlich allein auf der Bank und die Gestalt war verschwunden.

Die Erinnerung war sehr intensiv, viele Details erlebter Ereignisse purzelten willkürlich durch das Gedankenzimmer, das ich für den Alltag bereit halte und suchten nach dem selben Faden, der mich schon auf die Suche nach Dingen, die ich dann beim betreten eines anderen Raums, wieder vergesse, mit Unmut erfüllt und mich zu diesem Spaziergang, genannt die Suche nach dem fehlenden Ich getrieben hatte.
Jetzt saß ich da, anscheinend weniger erreichbar denn je zuvor, in einer Szene meiner Erlebniswelt, bei dem Versuch eine Sache zu regeln, die sich bereits aufgelöst hat, also vor meinen Augen.
Und aus diesem Wasserglas soll ich jetzt ins wirkliche Leben zurückspringen, ohne die geringste Ahnung was dort auf mich wartet.

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