& was

Kurzprosa zum Thema Eigene Welt

von  DanceWith1Life

Da Selbsterkenntnis als solches keinen gesellschaftlichen Stellenwert hat, also weder finanziell noch politisch in irgendeiner Form anerkannt wird, was zur Folge hat, dass alle Resultate eines dynamischen Prozesses immer auf manchmal unwichtigen Details aufgebaut werden, worin schon das erste Hindernis besteht.
Also ein Hindernis, das gleichzeitig dafür sorgt, dass die Selbsterkenntnis auch dort bleibt wo sie hingehört, nämlich bei einem selbst. Was wiederum zur Folge hat, dass bestimmte Entwicklungsprozesse sich im Kreis bewegen, also um ein fiktives Zentrum zu einer Art Trampelpfad mutieren, der je öfter er ausgetreten wird, auch noch an Geschmack und Ebene, man könnte auch von Milieu sprechen, verliert.
Und da eine Gemeinschaft von Menschen zwangsweise, neben der Tatsache, dass sie ein politisches und kulturelles Wirkungsfeld quasi ergeben, schon allein durch die Tatsache dass sie da ist. Aber auch und das wird immer übersehen, auch eine Ansammlung von Individuen in verschiedenen Stadien eben dieser Selbsterkenntnis, ob mit Absicht verfolgt oder beiläufig durch ebenso nicht erkannte Ereignisse eines Lebens hinzugefügt, falls verstanden als bereichernd, falls nicht, als erbitternder Faktor einer menschlichen Existenz.
Und diese so verzwickte Selbsterkenntnis gar nicht anders kann, als eben verstehen, und den nächsten Schritt tun, oder eben verständnislos auf der Stelle harren.
Und das auch noch bei gleichzeitig sich ständig vorwärts bewegendem Umfeld und Tagesablauf, man könnte hier im wahrsten Sinne des Wortes von laufenden Bildern reden, und ich nun auf dem Weg zurück, weil es gar keine andere Möglichkeit gab, als dorthin zurückzukehren, wo ich etwas verloren glaubte.
Und wie ich dann endlich die Gestalt auf der Bank erkannte, mich gar nicht wunderte, dass ich dort saß.
Allein auf einer Bank.

Kommentare zu diesem Text


 Momo (05.09.08)
Dein Text ist ein kleiner Versuch, dem äußerst privaten Selbsterkenntnisprozess diesen engen Rahmen zu nehmen und ihn in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang zu sehen.
Aber – niemand sonst hat ein Interesse daran, im Gegenteil, ein Zuviel würde womöglich sogar das gesellschaftliche Gefüge stören.

Liebe Grüße
Momo

 DanceWith1Life meinte dazu am 05.09.08:
Was immer mein Versuch ist, es ist einer, und wie die Geschichte endet, wird sich zeigen, deine Interpretation lässt natürlich auf allerbeste Resonanz hoffen.
Ich hoffe du irrst dich, pardon freudscher Verschreiber, muss natürlich heissen, ich hoffe, du irrst dich nicht schon wieder.
(Antwort korrigiert am 05.09.2008)
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram