Synapsis alpin

Sonett zum Thema Trauma

von  Ralf_Renkking

Wenn alles, was einstmals Dir Freude gemacht,
sich äußert in lästigen Pflichten,
wenn sich kaum die Nebel noch lichten
und Du merkst, dass schneller als sacht
nun alles verschwimmt zu verschiedenen Sichten,
dann ziehst Du daraus besser nichts in Betracht,
es sei denn, Du hältst das für längst angebracht;

wenn außerdem aber die Laune verflacht
und Du das Gefühl hast, wie unter Gewichten
zu liegen, begraben in düsterem Schacht,
umgeben vom Friedhofsidyll dunkler Fichten
und in tiefster Nacht
die Leiche links von Dir im Vollrausch erwacht,
um an Dir die Notdurft in Trance zu verrichten;

wenn Dein Traum sich trennt von Gedichten
und in Dir ein Grauen entfacht
vor Splatter- sowie Spukgeschichten,
als auch Deinen bösen Verdacht
bestätigt, dass sich Deine Sinne vernichten,
wenn über Dir nicht mal der Halbmond mehr lacht,
dann solltest Du besser auf Träume verzichten.

Kommentare zu diesem Text


 minimum (05.10.21)
Quälend lustig

 Ralf_Renkking meinte dazu am 06.10.21:
Danke. 😇
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