Morgenblatt am 4.11.2021

Innerer Monolog zum Thema Abrechnung

von  franky

Visionen rücken immer weiter in den Hintergrund,
sind mit freiem Auge bald nicht mehr zu erkennen.
Mein zweites Standbein wackelt verdächtig,
könnte dem nächst auseinanderbrechen.

Eine Nebelwand versperrt mir die Sicht,
Sonnenfenster hat einen Riegel vorgeschoben.
Alles Übrige verzieht sich ins Lächerliche.

Der Stachel in meiner großen Zehe sitzt so tief,
er hat mich schon wochenlang verfolgt, 
nun steckt er wie ein Anker im Morast.
Blass bedrucktes Blatt Seidenpapier,
wedelt wie ein Vorsegel um meine Nase.

Der einzige Verdacht richtet sich folgenschwer auf das Vorhängeschloss,
am Brückengelender, der Schlüssel wurde nicht fachgerecht in den Fluss geworfen,
die guten Wünsche waren Porös wie ein Emmentaler,
dementsprechend verbreiteten sie auch mords Stunk in allen Ost & Westbeziehungen.

Wir sind ewige Gladiatoren,
die mit Windmühlen kämpfen.
Dann erstarren in Krämpfen.
Viele Dolche Die Herzen durchbohren.

Der nächste Schachzug wäre so dann:
Das Schachbrett auf dem Kopf zu verteilen.
Erkenntnis Im Hirn zu verkeilen,
so dass nur Schwarz Weiß verbleiben kann. 

Unsicherheit schöpft Verdacht und bleibt stehen,
kann weit und breit nichts verdächtiges sehen.
Merkt nicht die Hand, die eine Leiche vergräbt.
Rührt sich nicht mehr, wie mit dem Boden verklebt.

Kriminalkommissar Klatsch resümiert:
„Da ist doch ein Verbrechen passiert.“ 

Bevor ich die zweite Tasse Kaffee im Vorbeigehen konsumiere,
hat der heimtückische Mörder schon wieder zugeschlagen.

Redaktionsschluss um 7:30
PS. Hat der Müllmann dich geweckt,
weil dein Fernseher in der Presse steckt.

Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (04.11.21)
Keine Vision ohne Krise!

Vielleicht gilt das auch für Texte.

Liebe Grüße
der8.
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