Gewalt

Text

von  Mondscheinsonate

Die Frauenhäuser beklagen niemals eine Leere, finden es eher immer bedenklich, dass die Frauen immer wieder zu ihren Peinigern zurückkehren. Interessant wäre es, würde man diesen ein neues Leben mit einem stabilen Einkommen und neuer Wohnung ermöglichen, was dann geschehen würde? Ich mutmaße, die Quote läge bei 75:25, dass 25 % trotzdem zurückgingen. Nicht? Schwierig zu sagen. Dennoch, ein großer Teil vielleicht tatsächlich nicht. 

Wir werden es nicht erfahren, man tut es sowieso nicht. Das Budget in einer, der reichsten Ländern ist knapp. Kritik auch, an der viel zu kurzen Kinderbetreuung, meist nur bis Mittag, eine Sache der Länder, dafür nur für einen minimalen Betrag oder gratis. (Armenwesen wird in die Gesetzgebungskompetenz des Bundes gelegt und Ausführung der Länder, Art 12 Abs 1 Zi.1 B-VG. Kinder- und Jugendwesen seit 2020 in die ausschließliche Kompetenz der Länder, Art 15 B-VG) 


Gewalt hat so viele Facetten, die, die jahrelang in purem Terror leben (natürlich auch Männer), ohne sich jemals geschlagen zu haben, werden schlussendlich niemals registriert. 
Ein "Nein" wird nicht akzeptiert, eher ein "Du bist mein und ich mach mit dir was ICH will." 
Es ist ganz schlimm zu beobachten, wie manche sich über jemanden stellen und dann psychische Gewalt ausüben. Momentan kann man das auch gut hier beobachten, jemand sagt "Nein, bitte nicht" und es wird ignoriert, weil es eine Frau ausgesprochen hat. Sie hat sogar erklärt, dass sie sich unwohl fühlt in dessen "Gegenwart", artikulierte sich klar und deutlich. "Jetzt erst recht!" 
Das ist pure Gewalt und dagegen kann man nicht einmal etwas machen. 
Aber, es zeigt schön, wie es hinter verschlossenen Türen zugeht. 
Wie können sich Menschen abgrenzen? Tun sie es privat, schaffen sie es endlich, nach jahrelangem Kampf mit sich selbst, gehen sie dann ins Netz, toben sich die Narzissten dort wieder aus, Ruhe gibt es keine. Niemals. 
Nein, es gibt keine Abgrenzung, ja, in Isolation, offline. Das soll die Lösung sein? 
Der Mensch erfindet immer perfidere Machtspiele, von Ghosting über Gaslightning, hin zu, man höre es und fasse es kaum, das Kondom während des Geschlechtsverkehrs abziehen, gegen den Willen des Gegenparts, alles gibt es bereits. In Schweden erließ man ein Gesetz, dass man nur in beiderseitigem Einverständnis Beischlaf betreiben darf. Das ist doch purer Irrsinn, dass man so ein Gesetz erlassen musste, weil die Anzeigen stiegen. 


Das Schlimme ist, dass die, die Gewalt ausüben, es nicht so sehen, für die ist das "normal", dass sie sich über andere stellen, ein "Nein" ignorieren, finden es sogar lustig, wenn das Gegenüber sich unwohl fühlt. Dabei ist es, betrachtet man es von außen, nein, sind es meistens die, die sich in Wahrheit durch das Gegenüber gekränkt fühlen, ein Narzisst ist ein permanent Gekränkter. Sie werten dann prinzipiell ab, was das Gegenüber leistet und kann, damit sie ihren Selbstwert wieder in Stabillage bringen.

Oder, die Versager, ein Narzisst ist zumeist keiner, beobachtet man gut bei den Alkoholikern, nützen die Hörigkeit des Gegenübers aus und erhöhen sich, erniedrigen, reden alles schlecht, schlagen auch zu. Der Gegenpart bleibt sowieso. Ich werde nie vergessen, als ich ein Sehr gut nach dem anderen ergatterte und der Alkoholiker alles runtermachte, was ich leistete und als er merkte, ich gehe auf das gar nicht ein, begann er, auf mich loszugehen, mir ständig zu erklären, warum man mich nicht lieben kann, natürlich nur äußerlich gesehen. Und ich hörte mir das voller Schmerz an, blieb lange. So funktioniert es. 

Aber, in Wahrheit muss man aufstehen und sagen:"Dein Spielchen spiel ich nicht mit, wenn du noch einmal ein Nein nicht akzeptierst, mach ich dich zur Sau, ich schwöre dir, ich geh so auf Angriff, denn höre:"Du bist ein Nichts und ein Niemand, armselig, kannst nicht einmal den Sinn von irgendwas erfassen, ein Schwafler, peinlich, ja, peinlichst, ein lächerlicher Kasperl, kapiert?" 

Oder, man vertreibt sie durch eisiges Schweigen, dann dürfen sie gegen die Wand reden. Oh, das tut ihnen am meisten weh, den Schwafleranten. 

Es wird Zeit, der Gewalt einen Riegel vorzuschieben und die Koffer vor die Türe zu stellen, jedem, der es nur eine Sekunde beim Gegenüber versucht. 



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (21.11.23, 07:06)
Wie im Kleinen, so im Großen!

Du sprichst mir aus dem Herzen, Cori!
Auch ich habe natürlich in meinem Leben Erfahrungen dieser Art gemacht.
Widerstand lässt sich auf verschieden Weise zeigen.

Bei aufdringlichen Schwaflern hilft aus meiner Sicht (mittelfristig) nur das eigene Schweigen. Langfristig das Aufzeigen der Lächerlichkeit, die allerschärfste Waffe!
Funktioniert zu 99 %. :)

Liebe Grüße
der8.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 21.11.23 um 07:12:
Aber, manche Situationen sind wahrlich Lernaufgaben, denn im Grunde sagt jede Situation etwas über einen selbst aus.

 eiskimo antwortete darauf am 21.11.23 um 10:39:
Du nennst einen zentralen Begriff: Lernen.
Lernen, sich seines Wertes und seiner Stärke bewusst zu sein. Dann bietet man automatisch viel weniger Angriffsfläche. Und wenn man dennoch angegiffen wird, trifft es einen nicht so  hart.
take it easy
Eiskimo

 Mondscheinsonate schrieb daraufhin am 21.11.23 um 12:11:
Stimmt.

 Agnete (21.11.23, 13:10)
ich befürchte eher, liebe Mondschein, dass die Gewalt noch zunehmen wird in diesem Land. Frust, Armut und islamische Moral- und Gesellschaftvorstellungen werden dafür die Basis sein.
Weshalb Frauen immer wieder zurückkehren? Ich würde das nicht tun. Aber ich sah eine Doku darüber. Oftmals" suchen" sie sich so einen Mann sogar aus, weil sie schon Gewalt und Missbrauch als Kind erfahren haben. Eine lebenslange, toxische Prägung.
LG von Agnete

 Mondscheinsonate äußerte darauf am 21.11.23 um 13:59:
Gäbe es keine Lösung?

 Agnete ergänzte dazu am 21.11.23 um 15:06:
ich bin da keine Spezialistin, Mondschein, weil ich mich immer durchzusetzen und zu wehren wusste. Und hätte ich es nicht gekonnt, wäre mein Vater gekommen und hätte den Mann einen Kopf kürzer gemacht. Hieraus jedoch lässt sich m. A. nach aber ein Umkehrschluss ziehen:
Die Frau braucht ein stabiles Umfeld, Menschen, die ihr Halt geben, sie bestärken und stützen. Die, die den Mut hatten zu gehen ( zu fliehen) sind ja den ersten Schritt schon gegangen. Sie bräuchten nun psychologische Fachleute, die ihnen das Trauma und die Prägung nehmen. Den Mann anzuzeigen, es also öffentlich machen, was bisher in verschämter Stille ablief, ist ein wichtiger Schritt.
 
Letztlich aber ist all das für solche Frauen ein Kampf, auch gegen ihre Prägung . Wenn sie ihn  gewinnen wollen, brauchen sie Stärke von Menschen, die sich ganz auf sie einlassen.
Bei muslimischen Frauen ist das noch schwieriger, weil ihre Religion sie schon in die Position bringt, geschlagen werden zu dürfen... aber anderes Thema.  :(

 uwesch (21.11.23, 13:12)
Diese Art von Gewalt scheint wenig Chancen zu haben  einmal zu enden. Da helfen nur Trennungen oder umfangreiche Therapien der Männer, die dazu allerdings i.d.R nicht dazu bereit sind. Aber solche Typen von Männern wird es wohl leider immer geben. Da müssen viel höhere Strafen drohen. Bleibt dann aber die Beweislast. LG Uwe

Kommentar geändert am 21.11.2023 um 13:13 Uhr

 Mondscheinsonate meinte dazu am 21.11.23 um 14:00:
Wir sehen es eh. Tatsächlich.

 AngelWings (21.11.23, 13:33)
Neu Wohnung besser Einkommen! Was dann? Steht die Frauen alleine da, von Staat verlassen. 
Das ist wieder Verkehr! Die Frauen Gewalt erleben, muss von Staat unterstützt werden, und Geschützte werden. 
So ist genauso, auch für die Kinder. Staat ist nicht mal diese in der lage. Geld und Wohnungen, Schutz keine Gewalt an Frau und Kinder.

 EkkehartMittelberg (21.11.23, 17:28)
Gewalt scheitert an Ich-Stärke, die meistens lange erarbeitet werden muss.

LG
Ekki

 Mondscheinsonate meinte dazu am 21.11.23 um 17:44:
Stimmt.

 AlmÖhi (22.11.23, 00:05)
Interessante Beobachtung am Rande: "die Versager, ein Narzisst ist zumeist keiner".

Das stimmt tatsächlich. Aber wohl nur im Hier und Heute. Unsere Unkultur des willkürlichen Auf -und Abwertens entspricht der Psyche des Narzißten und kommt ihm entgegen. Man sehe sich als prägnantes Beispiel den sogenannten "mächtigsten Mann der Welt" an. 

In einigermaßen kultivierten Gemeinschaften wird Frevlern, wie man sie nannte, von vornherein der Riegel vorgeschoben. Wenn sie sich dann doch mal etwas ergaunert hatten, das Vertrauen ihrer Mitmenschen mißbraucht hatten, wurden sie körperlich hart bestraft, sehr häufig geblendet, manchmal anschließend hingerichtet. Hier wäre Polymestor in Euripides' Hekabe ein prägnantes Beispiel. Polymestor ist ein thrakischer Regionalfürst am Ufer gegenüber von Troja. Königin Hekabe vertraut ihm ihre Kinder und ihr Gold an. Als Troja den Krieg verliert, tötet er die Kinder und ermächtigt sich des Goldes. Hekabe läßt Polymestor von ihren Dienerinnen die Augen ausstechen.

Die griechisch-antike Vorstellung, das Archaische einer Titanenzeit müsse notfalls mit Gegengewalt gebannt werden, erscheint heutigen Rechtsvorstellungen fremd. Eine gewaltsam zugefügte dauerhafte körperliche Behinderung ist aber vielleicht eine wirksame Botschaft und Ermahnung an jemanden, der eine andere Sprache nicht verstehen will.
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