EIN SINNLOSES
ZWIEGESPRÄCH
MIT SICH SELBST
Frage:
Was bitteschön ist mir denn
geblieben ?
Du sagst ich wäre immerhin
geschieden und hätt niemand mehr
am Bein …
Antwort:
Das seh ich ein
Doch zahlen muß ich weiter
wie ein Zahlmeister leider
Wer will in meinem Alter
mich noch lieben ?
Du sagst :
So manche begehrt dein Geld
und dich ..
Ich antworte :
In dieser Reihenfolge
und nicht umgekehrt :
Es ist das Geld
und nicht das Alter
das man verehrt
wobei man mich verachtet
und nach meinem Ableben
trachtet
Ich habe nur Schulden,
nicht einen eigenen Gulden
und Bares ist Rares
und mein Vermögen
es scheint groß , doch ists
nur klein …
Du sagst:
Lebe auf großem Fuße
Dann wirst du kreditwürdig sein
Ich meine:
Was ist es noch, das mich erfreut
gestern – morgen – heut ?
Die Gaumenlust ?
Des Trunkes rauschbe-
schwingtes Glück ?
Mein Dauerkartenfußball -Ticket
Der TV – Krimi jeden Samstag
und die Entspannung danach
wenn ich mal auf einer Alten lag ?
Solch mickerige Freuden
passen zu kleinen Leuten !
Wie wollen sie mir
das Leben leidlich machen ?
Ich bin gewohnt ganz andere
Sachen !
Antwort :
Denk an Diogenes
Der war verarmt , doch er war
stoisch und sagte als man ihn fragte,
was er sich wünsche
Geh mir aus der Sonne !
Das war stoisch und heroisch
Übe Bedürfnislosigkeit
und erreiche Zufriedenheit
dann bist du ein ausge-
glichener Mann
den nichts mehr erschüttern kann
Antwort:
Dem allen kann ich nicht mehr
entrinnen ...
Soll ich mich zusammenspinnen
und ein Faß beziehen
um meinem Fatum zu entfliehen ?
Es gibt kein Schweifen
keinen Zufluchtsort
auch wenn ich mich einsperr
auf dem Abort
...und nicht die Möglichkeit
was neues zu beginnen ….
Gegenrede:
Dann mein Freund,
fliege fort
in ein jenseitiges Land
Dort bist du niemandem bekannt
und alle sind sich gleich
in diesem Totenreich
Fazit:
Zum Trost ich schrieb mir
dereinst dies Gedicht
Jetzt wirkt es auf mich suizidal
und verstärkt nur noch
die Depression, die Qual
Bisher hab ich
den Strick gemieden
Das Dichten war
mir noch geblieben
doch nun ich greif
umsonst zur Feder
bin so prosaisch
wie ein jeder ...