
es war mal ein kaninchen
das zauberte echt gut
zum beispiel däumelinchen
leibhaftig aus dem hut
sowie die wolke sieben
die man sonst selten sieht
wenn menschen sich verlieben
was ja recht oft geschieht
zudem sogar zehn raben
knallbunt fünf fünfe weiss
mitsamt den sieben schwaben
nebst sieben tüten eis
auch sägt' es einen riesen
dem anschein nach entzwei
der musste aber niesen
und zuckte voll dabei:
das sägeblatt verkeilte
sich in des riesen rumpf
den es scheinbar zerteilte
zwar nicht denn war eh stumpf
doch in des trickes kiste
blieb's stecken und den trick
strich es dann von der liste
nach diesem missgeschick...
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geschlüpftes wird man kaum in schlüpfern finden
obwohl ja oftmals eier in ihn’ sind
doch keine/r läßt den bären sich aufbinden
daß daraus schlüpfte je ein vogelkind
mensch schlüpft in schlüpfer selber um die blöße
des unterleibs voll anstand zu verhüll’n
und manchmal sind die schlüpfer von ner größe
da könnt’ man echt voll mehlsäcke reinfüll’n
das schlüpfrige hat reize ohne frage
für sauertöpfe klaro eher nicht
zum lachen sowieso kaum in der lage
laufen die rum mit griesgräm’gem gesicht
samt schlüpfern wo dir alle lust vergeht
egal aus welcher richtung der wind weht...
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wie wunderbar auf wildschweinrotte
reimt sich doch wahrlich schwarzmeerflotte
und schwarzkittel sind
das weiss jedes kind
nun auch nicht grad apfelkompotte...
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wie ritter fips von wolkenstein
wollt' ritter kunibert nicht sein -
der saß auf trutzburg drachenfels
und sprach bei sich "nein mir gefällt's
nicht chips zu fressen bis ich platz'
das ist total doch für die katz
mich reizt mehr schloßgespenst zu spiel'n!"
und als zwölf glockenschläge fiel'n
punktgenau in mainachts mitte
wandelte mit schweb'gem schritte
samt bleichem laken kunibert
daß schreck wem in die glieder fährt
durch seine burg und macht den geist
worüber weiß der geier kreist
und spukte rum vom burgverlies
in' rittersaal doch da ja blies
der wind das licht der kerze aus
prompt packt' den ritter selbst ein graus:
er ließ sein laken laken sein -
auf drachenfels kehrt' ruhe ein!...
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das tollste sind am sprit doch noch die geister
die weinen unentwegt und das tut gut
den obergeist kennt jeder, weingeist heisst er -
vor allzuviel sei man(n) bloss auf der hut
obwohl: ein hut hat meistens eine grösse
da passt ja nun echt wirklich schon was rein
drum gibt der mann sich kaum auch je ne blösse
und schenkt sich dementsprechend fröhlich ein
das können sicher viele nicht begreifen
die trocken und vertrocknet sind wie was
und sich auf mineralwasser versteifen
denn immerhin ist das ja gleichfalls nass -
nur stimmung will sich dazu schwer gesellen
die schlägt doch nur mit weingeist richtig wellen...
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Meister Lampes feine Nase
wittert gleich : Ein falscher Hase
mischt sich unters Heer der Sammler
von den Eiern - echt ein Rammler
tut glatt so als wär er n Häschen
doch das meisterliche Näschen
hat den geilen Kerl enttarnt
eh der Hasenfraun umgarnt
um sie schön beim Eiersammeln
allesamt flott durchzurammeln -
und die sind total drauf scharf
obwohls keine soll und darf
denn erst mal ist Sammeln Pflicht:
Rammeln geht vor Ostern nicht!
Meister Lampe greift hart durch
und schmeißt den potenten Lurch
hochkant raus und bläut ihm ein
nicht noch mal so dreist zu sein
andernfalls schnitt’ man schnippschnapp
ihm prompt seine Eier ab...
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der zwergenkönig saß auf seinem throne
den wer mal mit nem spielzeugstuhl verglich
prompt fiel dem king ein zacken aus der krone
und das ging ihm erst recht gegen den strich
denn auch die krone war ja nur ne kleine
was wunderbar zu barbiepuppen paßt
doch zacken fallen den aus kronen keine
weshalb der zwergenkönig puppen haßt’
ließ gern zwar welche tanzen nach belieben
tat gern die feste feiern wie sie fall’n
bloß zacken die aus kronen fall’n die trieben
ihn auf die palme und seine vasall’n
mußten ihm dann als blitzableiter dienen
weil die dazu ja wie geschaffen schienen...
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gott sitzt im stillen kämmerlein
und will für sich alleine sein
da klopft ein engel und fragt an
ob er denn nicht mal kommen kann:
sankt nikolaus schwankt vor der tür
randvoll mit glühwein und mit bier
lallt selig was von geist im wein
der heil’ge geist kann’s schwerlich sein
der ist schon länger außer haus
dem nikolaus macht das nichts aus
er zieht sich noch zwei kurze rein
man steht so schlecht auf einem bein
greift gar den engeln an die brust
die du erst einmal finden mußt
doch dann erscheint der liebe gott
und setzt ihn höllisch auf den pott -
der hatt’ mit rum zwar nichts zu tun
doch war der niklas eh schon dun...
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nicht im eilzug der db
kleiner jux ach komm ach geh
schrieb einst BACH in einem zuge
jung an jahr’n die DEHNUNGS-FUGE
ton auf ton sah man ihn fügen
höchstem anspruch zu genügen
und er widmete sie denen
die beim gottesdienst oft gähnen
dank recht froh durchzechter nacht
welche aber müde macht:
dehnen tat sich erst der kiefer
von dem gähner und dann schlief er
klappte echt in aller ruh
seine klappe wieder zu
lippe fügte sich auf lippe
müdigkeit ward echt zur klippe
die im kirchenschiff dem christ
plötzlich schwer im wege ist
und inmitten gottes schafen
war er schwuppdiwupp am schlafen
was den pastor stracks empörte
dessen predigt schnarchen störte
so im angesicht des herrn
hört man dessen wort doch gern
wach und mit ganz off’nen ohren:
leider ging das werk verloren
durch den dämlichen kopist
von dem großen komponist
dessen kunst ein labsal ist...
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