An Orpheus

Gedicht zum Thema Ruhm

von  GastIltis

Da werden Weiber zu Mänaden

und reißen dich in Fetzen, Gott.

Was nützen deine Serenaden,

sie machen aus dir Entenflott.


Du hörst von ferne schon am schrillen

Gekreisch des Unheils Widerhall.

Such tiefe Ruhe an dem stillen

vertrauten Prießnitzwasserfall.


Die Liebe ließest du im Hades;

die Lyra schwebt am Firmament.

Ein leises Echo haucht Quo vadis,

als ob es deinen Schmerz erkennt.




Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen: plotzn, Didi.Costaire, Jack, niemand, DanceWith1Life, AchterZwerg, Pfeiffer.

Lieblingstext: AchterZwerg.

Extra für Dirk die erste Strophe überarbeitet:

Da werden Weiber zu Thyiaden
und reißen dich in Fetzen, Gott.
Was nützen deine Serenaden,
sie machen aus dir Entenflott.
Ein leises Echo!

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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (15.09.25, 17:34)


Tja, Schnucki, so kann's gehen!
(Aber gottlob nur selten, nä?)

 GastIltis meinte dazu am 16.09.25 um 10:37:
Hallo Achter!
Du hattest wohl (im Gegensatz zu mir) einen fröhlichen Nachmittag!
LG von Gil.

 plotzn (16.09.25, 15:39)
Servus Gil,

blick dich nicht um zu deinen Frauen, 
sie folgen dir ja immerzu
und solltest du nach ihnen schauen,
dann bleibt dir nur noch Luden's Ruh.

Liebe Grüße
Stefan

 GastIltis antwortete darauf am 16.09.25 um 18:56:
Hallo Stefan,

da bin ich relativ entspannt.
Der Vielzahl ist doch nicht zu trauen,
denn, kennt man Damen im Verband?
Man kann nur auf sich selber bauen.

Apropos Ludens Ruh: ob mit oder ohne Apostroph ist ja jetzt nicht mehr die Frage; die Deppen haben gesiegt. Aber es ehrt dich ungemein, dass du dich mit den Feinheiten des Textes, also meinem Vordringen in die Dresdner Heide, ausgiebig befasst hast. Immerhin habe ich zehn Semester in Klotzsche gewohnt, und dieser wunderschöne Dresdner Ortsteil liegt nun mal am Nordrand der Heide. Von dort erreichte man über den Nesselgrundweg die schöne Natur, damals noch das Waldbad in Klotzsche, aber auch die bekannte Gaststätte Hofewiese. Den damaligen Koch habe ich später in Stralsund wieder getroffen; er hat dort eine der besten und begehrtesten Gastlichkeiten, den „Grill-room“ geführt, und war weit über die Stadtgrenzen hinaus für die Qualität seiner Steaks bekannt.
Die Dresdner Heide habe ich übrigens (auch als Radfahrer) weniger frequentiert, mich hat mehr die nördliche Region um Moritzburg bewegt. Wo ich ja jetzt auch noch jährlich einmal einkehre.

Danke und viele Grüße von Gil.

 Didi.Costaire (16.09.25, 17:52)
Ziemlich kompliziert und aufregend, Gil, doch

wo das Prießnitzwasser fällt,
lebt sie noch, die heile Welt.

Liebe Grüße,
Dirk

 GastIltis schrieb daraufhin am 16.09.25 um 19:48:
Lieber Dirk,
da kann ich dir nicht widersprechen. Kompliziert schon deshalb, weil ich den armen Orpheus aus seiner gewohnten Umgebung in ihm völlig unbekannte Gefilde sende, um ihn zur Ruhe kommen zu lassen, Arkadien oder Epirus hätten es auch getan, aufregend schon, weil die Mänaden, der Begriff Thyiaden ist auch üblich, hätte, um auf deinen privaten Kommentar gleich mit einzugehen, besser gepasst, die Reimproblematik aufgelöst, ist aber wesentlich unbekannter als der von mir verwendete oder der unpassendere Bacchantinnen, im übrigen sind wir ja unter uns, und so streng sind wir als Poeten ja auch nicht mehr.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben, wäre es mir rechtzeitig aufgefallen, hätte ich vielleicht auch (nicht um es komplizierter zu machen) den genannten Begriff verwendet.
Ansonsten grübele ich an Tiraden und Eskapaden, vermag ihnen aber nicht den Orpheus zustehenden hochkünstlerischen Rang irgendwie zuzuordnen.
Aber du siehst, man kann sich damit beschäftigen.
Sei herzlich gegrüßt von Gil.

Antwort geändert am 17.09.2025 um 08:23 Uhr
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