VON MÜHLEN MÜLLERN & 'RITTERN' VOR DENEN DIESELBEN KAUM ZITTERN

Gedicht zum Thema Gedanken

von  harzgebirgler


wOL5yaEEypcDwAAAABJRU5ErkJggg==

als don quichotte die mühle sah
saß er wie angewurzelt da
auf seinem pferd denn nahm na klar

die mühle nicht als solche wahr
nein er gewahrte einen feind
der beim gespinst im hirn erscheint...


dVxxAAAAAElFTkSuQmCC

die windmühle war schön im wind am mahlen
und malte dabei klar doch nicht nach zahlen
nein mahlte selbstverständlich korn zu mehl
wer denkt sie würde malen ginge fehl

ein alter zausel kam indes geritten
auf einem klepper der schon in der mitten
mit hohlem rücken durchhing – am gewicht
des alten zausels lag das aber nicht

obwohl der rüstung trug und eine lanze
die mühle frug sich noch „was soll das ganze?!“
da stürmt' der alte zausel auch schon los
in richtung mühle und die staunte bloß

und hieb ihm ihre flügel um die ohren
zu zweikämpfen zwar keineswegs erkoren
doch allerdings nicht ohne kam's drauf an
wie sich ja jeder sicher denken kann

der alte zausel machte sich vom acker
wie ein gerupftes huhn das aber wacker
obwohl es auf die mütze voll gekriegt
im irren glauben war es hätt' gesiegt...


EAAAAASUVORK5CYII=


bei mühlen denk’ ich gerne an den ritter
ja jenen von der traurigen gestalt
der fand die ritterarme zeit einst bitter
und hat sich drum die rüstung umgeschnallt

und ritt mit schwert und lanze auf der stute
die rosinante hiess auch gegen mühl’n
den’ war dabei nun ängstlich nicht zumute
doch don quichotte konnt’ schön sein mütchen kühl’n

natürlich war sein auftritt mehr zum lachen
und sollte seiner liebsten imponier’n
voll war er sich stets einen kopf am machen

ob seine taten denn zum ziele führ’n -
cervantes hat das wunderbar beschrieben
weswegen wir sein werk auf ewig lieben...


**


ach das triebwerk der gefühle
ähnelt oft ner sägemühle:
sägt er ihr ICH LIEBE DICH!
sägt sie ihm DAS STÖRT MICH NICH!...


**


am rauschenden bach ach da klapperte mal
die mühle und mahlte das mehl
der bach rauschte runter vom berg schön ins tal
auch ganz ohne stellungsbefehl

der müller der leerte die säcke mit korn
ins mahlwerk nur seinen den leert’
er auswärts - das war seiner frau längst ein dorn
im aug’ und sie fand das verkehrt

denn wo er verkehrte zwecks leerung da war
die müllerin bei schließlich nie
ihm selber kam das keineswegs sonderbar
je vor weil er wußte ja wie...

am rauschenden bach ach da klapperte einst
die mühle - das ist lange her
und heut’ liebe sonn’ wenn du über ihr scheinst
fehlt dir dieses klappern doch sehr...


rnfUAAAAASUVORK5CYII=


der wassermühlenmüllerin
steht groß nach mahlen nie ihr sinn
zumal das eh der müller macht -
den hat sie sich einst angelacht

mit seiner mühle seinem geld
weil dann schon leben leichter fällt
er fuhr auch völlig auf sie ab
stellt’ sogar seinen wanderstab

- denn so müller wandern gerne
hin und wieder in die ferne -
in die ecke von der mühle
voll von liebendem gefühle

doch sie trieb’s mit dem müllerknecht
bald keineswegs mehr schlecht als recht
kaum legt’ der müller sich zur ruh’
und
drückte beide augen zu...


**


die kaffeebohne sprach zur -mühle: „du
lass mich mit deinem mahlwerk bloß in ruh'!“
drauf ulkte die: „hier geht’s um malerei
ja nicht – da kämst du spurlos dran vorbei!“...



wM+saNEKR8B+QAAAABJRU5ErkJggg==

die markante ROTE MÜHLE
ist bekannter als der tuile-
riengarten in paris
oh dies varieté es ließ
viele herzen höher schlagen
locker bis zum frackhemdkragen
auch toulouse-lautrec

kam einst oft ums eck
klein und blauen bluts
größer dank des huts
malte “la goulue”
ausdrucksstark wie nie:
tanzt’ cancan perfekt
der gefühle weckt...


**


die mühle am bach ach sie klappert kaum mehr

des mühlrads gefach ist von wasser meist leer

der müller, der vorletzte, wanderte aus

und auch seine müllerin blieb nicht zuhaus


sie zog in die stadt aber kinder nicht groß

denn leider war ihr ehebund kinderlos

die ente jedoch brachte junge zur welt

was sicher dem bach der noch rauscht wohlgefällt:


im schlepptau mit ihnen geht es zu ihm hin

und manch reges fischlein ist ebenfalls drin -

das sah einst franz schubert und schrieb kein sonett

vor freude drob nein sein "forellenquintett"...

AIP20K06zB+OAAAAAElFTkSuQmCC


**


Ein Mühlenrad am Wegesrand,
vor dem ich oftmals sinnend stand,
nahm Wasser auf, gab Wasser ab -
dies Wechselspiel hielt es auf Trab.

Nirgends Anfang oder Ende,
stetes Drehen nur und Wende:
So kehrt Gleiches immer wieder -
aufsteigt´s erst und sinkt dann nieder.

Der ew´ge Schwung, die ew´ge Runde
ist mit dem Mittelpunkt im Bunde,
der insgeheim die Grenzen zieht
und über die kein Kreislauf flieht.

Geburt und Tod, ein Kreis, ein Bogen,
ganz wunderbar um uns gezogen,
so rätselhaft, so zugeneigt
der Mitte, die sich selten zeigt.

Die Lebensjahre sind wie Speichen,
die alle bis ins Zentrum reichen;
und was den Ablauf letztlich treibt,
ist “bloß“ die Zeit, die allem bleibt.

Die Wasser-Zeit fällt in die Fächer
des Lebens-Rades niemals schwächer -
sie ist dieselbe alle Jahre,
von der Entbindung bis zur Bahre.

Selbst wenn sie abzunehmen scheint
am Lebensabend, wie man meint,
erfüllt sie dabei voller Kraft
den Kreis, der neues Leben schafft...

AnCC8rlpFQk9AAAAAElFTkSuQmCC



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: