weil sie detaillierte Einblicke in eine historische Epoche boten, die von Krisen, Umbrüchen und dem Wiederaufbau geprägt war – Themen, die für den krisenerprobten Politiker (wie bei der
Sturmflut 1962) von persönlichem Interesse waren. Pepys beschrieb offen sein Privatleben sowie politische Ereignisse, was Schmidts Interesse an authentischen, historischen Zeugnissen entsprach.

Bundesarchiv, B 145 Bild-F048646-0033 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0
Die Tagebücher von Samuel Pepys aus den Jahren 1660 bis 1669 sind ein einzigartiges Dokument, das detailliert das Londoner Leben der Restaurationszeit, einschließlich Pest und Großem Brand, mit persönlicher Intimität und Geheimschrift offenbart. Es bietet einen intimen Blick auf Alltag, Politik, Untreue und Sorgen, und gilt heute als kulturhistorische Sensation.
Samuel Pepys vermachte kurz vor seinem Tod seine gesamte 3000 Bände umfassende Bibliothek dem Magdalene-College der Universität Cambridge, inklusive der sechs umfangreichen Original-Tagebücher – mit der Auflage, dass sie niemals das College verlassen dürfen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Pepys#Die_geheimen_Tagebücher
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in tinte bannt er londons wilde zeit,
geheim und schlau, in kurzem, schnellem strich,
von pest und feuer, lust und eitelkeit,
erzählt sein buch, so intim, offen, ich.
vom wein, vom tanz, der süßen frau’n gesicht,
vom amt, das gold und auch verrat gebar,
ein diener seiner selbst, im hellen licht,
das pepys entziffert, macht die wahrheit klar.
die tinte trocknet, doch sein geist bleibt wach,
ein spiegelbild, das jahrhunderte durchbricht,
was er verheimlicht, zeigt sein letzter tag,
ein leben, festgehalten, ohne pflicht.
so lebt das london, einst so bunt und schwer,
in pepys’ zeilen, wunderbar weiter...