Liebe Leserin, lieber Leser,
ich schreibe dir heute, um dir von einem frühen christlichen Text zu berichten, der zwar nicht in den Kanon des Neuen Testaments aufgenommen wurde, aber dennoch einen faszinierenden Einblick in das frühe Christentum gewährt: die Epistula Apostolorum (der „Brief der Apostel“).
Dieser Text entstand vermutlich in der Mitte des 2. Jahrhunderts (ca. 140–150 n. Chr.) in Kleinasien oder Ägypten. Er ist in äthiopischer, koptischer und teilweise lateinischer Überlieferung erhalten.
Was ist die Epistula Apostolorum?
Der Brief präsentiert sich als ein Rundschreiben der elf Apostel (nach dem Verrat des Judas) an die christlichen Gemeinden weltweit. Die Apostel berichten darin von ihren Erfahrungen mit dem auferstandenen Christus und den Lehren, die er ihnen in der Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt vermittelt hat.
Die inhaltlichen Schwerpunkte
Das Hauptziel des Textes ist es, den leiblichen Charakter der Auferstehung zu verteidigen. In der damaligen Zeit gab es gnostische Strömungen, die lehrten, Christus sei nur als Geist auferstanden. Die Epistula Apostolorum betont hingegen, dass Jesus "im Fleisch" auferstanden ist, was durch Berührungen und das Essen mit den Jüngern belegt wird.
Zudem behandelt der Brief Themen wie:
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Die Wiederkunft Christi (Parusie): Prognosen zur Endzeit.
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Wundergeschichten: Erzählungen aus dem Leben Jesu.
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Kampf gegen Irrlehren: Der Text wendet sich gegen falsche Lehrer (speziell Simon Magus und Kerinth), die das wahre Evangelium verfälschen.
Bedeutung
Obwohl der Text apokryph ist, zeigt er uns, wie frühe Christen im 2. Jahrhundert ihre orthodoxe Position gegen gnostische Interpretationen verteidigten. Er ist eine Brücke zwischen den neutestamentlichen Schriften und der späteren Kirchenväterliteratur.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Epistula Apostolorum ist ein Zeugnis für den lebendigen Glauben und die theologischen Debatten des frühen Christentums, das die körperliche Realität der Erlösung in den Vordergrund stellt.
Ich hoffe, dieser kurze Einblick hat dein Interesse geweckt.
Mit besten Grüßen,
MAX MUSTERMANN