Wie hoch soll die Schwelle sein, für einen Übertritt aus der AfD in eine richtige Partei?

Kommentar zum Thema Politik

von  DavidW

Niedrig: Ein Besinnungsaufsatz. Ungefähr so komplex wie man damals Mitte der 90er den Wehrdienst verweigern konnte.

 
I

Manchmal habe ich Zweifel an der deutschen Parteienlandschaft. Ob da alle in die richtige Partei eingetreten sind? Absichtliche oder unabsichtliche U-Boote wären, Kontrollfreaks, Clowns oder Verfassungsschützer.

 

Karl Richter beispielsweise, der Chef der damaligen "Bürgerinitiative Ausländerstop", hatte ein SZ-Abo (also ein Abo der linksliberalen SZ) - die er auch affirmativ zitierte. (Ich weiß das nur, weil ich einmal einem Aufruf der Autonomen Anitfa gefolgt bin, ihn auszupfeifen, und das ganz bei mir in der Nähe gewesen war). Vielleicht war er ja doch so ein linksliberaler bildungsbürgerlicher Trottel, der sich etwas dachte wie: "Es muss jetzt eine ausländerfeindliche Partei geben werden, die hol ich mir, die mach ich besser selbst, pseudomäßig."

SZ, nicht beispielsweise „Deutsche Nationalzeitung.“

 

Eine uralte Geschichte, dass linke Studenten spaßmäßig in einer kleineren Unistadt die F.D.P. unterwandern wollten, und übernehmen, das sogar öffentlich, kenne ich auch.

 

Bei manchen Parlamentariern denke ich mir auch manchmal, der ist Beamter, oder sogar verkappter Verfassungsschützer und will nur Kontrolle ausüben, betreibt nur Rhetorik. Und die ehemaligen Kollegen behaupten etwas wie: Jetzt verdient er aber eigentlich viel zu gut für das Theater... und dann muss er wieder etwas Illegales machen, wie beispielsweise etwas, das einem Hitlergruß nicht ganz unähnlich sieht zeigen. Und sich bestrafen lassen, so dass der Staat ein bisschen Geld zurückbekommt.

 

Bei manchen bspw. Sozialdemokratiemitgliedern hatte man sich allerdings schon auch mal was denken können.

 
II

Das Problem mit den Rhetorikern, U-Booten, usw., ist allerdings, dass sie so regieren müssten, wie sie es behaupteten.

 

Politik und Regieren ist aber eine ernste Sache.

 

Das Programm der AfD ist fragmentarisch, hat Lücken, und ist teilweise debil. Die ist keine richtige Partei.

Die zu wählen, ist eine rein emotionale, unvernünftige Angelegenheit.

 

Wie hoch soll also die Schwelle sein, für einen Übertritt aus der AfD in eine normale Partei?

Niedrig: Ein Besinnungsaufsatz. Ungefähr so komplex, wie man damals Mitte der 90er den Wehrdienst verweigern konnte.

(Der dann aber im Zweifelsfall einzuhalten wäre, oder gegen den Konvertiten (m/ w/ d) verwendbar.)

 
III

Dass "linke" (und besserverdienende, also "linke") sich hochmoralisch aufführende JournalistInnen aggressiv "Kritik" üben werden, würde man sehr wahrscheinlich aushalten müssen. "Kritik", „hochmoralisch“ - pseudomoralisch herumplärren, herumpolemisieren...

Die könnte man dann aber sogar zurück"canceln" wollen. (...).



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Kommentare zu diesem Text


 Citronella (19.02.26, 12:46)
Ich empfehle dir die Rede von Harald Martenstein im Thalia-Theater am letzten Wochenende - und dann vielleicht noch einmal darüber nachdenken, was "richtig" und "falsch" ist.


 niemand meinte dazu am 19.02.26 um 13:05:
@ Citronella
Hast Du dabei das blasierte, linke Publikum gesehen?
Fehlten nur noch die Heiligenscheine auf ihren beschränkten
Köpfen  :D    Die vergehen ja vor lauter Selbstliebe und Überschätzung.

 Citronella antwortete darauf am 19.02.26 um 13:13:
Ja, mit so einer Rede hatte wohl keiner der Anwesenden gerechnet. Was erlauben Martenstein!

 Quoth schrieb daraufhin am 19.02.26 um 17:28:
Wem hier wohl nur noch die Heiligenscheine auf den beschränkten Köpfen fehlen!

Vielen Dank für den Link! Martenstein beschreibt gekonnt das Kernproblem der Demokratie: Sie ist abwählbar. Auch enthalten im berühmten Böckenförde-Dilemma:  Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. 

 Reliwette (19.02.26, 14:25)
Ja, wunderbar. M.E. ist es müßig, sich darüber den Kopf (oder Schadel) zu zerbrechen. Ich bin nunmehr 83 und habe ganz schön viel deutsche Politik erlebt. Was mich seinerzeit als GRÜNER- Ortsverband einer ostfriesischen Kleinstadt- erschütterte, war das Erlebnis, als Otto Schily, Strafverteidiger der Gudrun Ensslin, und Mitglied der GRÜNEN plötzlich aus welchen Bewgegründen auch immer (er mochte nicht von Parteimitgliedern geduzt werden) In der SPD Karrierre machte, ausgerechnet noch als Innenminister.
Kollegen und Kolleginnen beschrieben ihn:"Er hatte einen starren Blick, der ihnen unheimlich war!" Wenn einer hoch hinaus will, dann kann es vorkpmmen, dass er die Seiten (Partei) wechselt. Das kann dazu führen, dass jemand als "Wendehals" charakterisiert wird.
Ich kann als Bildhauer möglicherweise mehr bewegen als ein Berufspolitiker, weil ich niemanden zu betrügen versuche. Ich möchte das nicht allen Politikern unterstellen, habe aber so den einen oder anderen im Blick und schätze diese Person (nen) als unsympathisch ein, was bei mir Schüttelfrost auslöst.
Lieber Gruß!
Hartmut

 DavidW äußerte darauf am 19.02.26 um 14:31:
Aus meiner Sicht war es ein sehr vernünftiger Wechsel von Schily, und er war ein guter Innenminister (irgendeiner muss den Job ja machen). 
Er wechselte übrigens in die bayrische SPD. Und er war ein guter bayrischer Sozialdemokrat (Ich bin in Bayern geboren und aufgewachsen); der die Arbeiterpartei, die derzeit bei 6% steht, stabilisiert hat. 

Kannst es vielleicht auch nochmal so sehen, dass er sich "rausrotiert" hat, aus sachpolitischen Erwägungen.

 Jack (19.02.26, 14:33)
Eine richtige Partei ist eine, die sich an den Grundsatz hält:

„Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten“?

 DavidW ergänzte dazu am 19.02.26 um 14:35:
Ich zähle die AfD deswegen nicht zu den richtigen Parteien, weil das Programm fragmentarisch ist. Nicht aufgrund irgendwelcher Sprüche.

Und weil sie komplett von der ursprünglichen Zielsetzung (Lucke, D-Mark) sich entfernt hat, sozusagen vereinnahmt worden ist.

Antwort geändert am 19.02.2026 um 14:36 Uhr

Antwort geändert am 19.02.2026 um 14:47 Uhr

 Jack meinte dazu am 19.02.26 um 15:13:
Genau das werfe ich der AfD seit Jahren vor. Sie wurde als eine Alternative für Deutschland gegründet und endete als ein Metoo-Mülleimer für Ressentimentwähler. 

Aber warum soll eine Partei, die kein echtes Programm hat, schlechter sein als Parteien mit idiotischen Programmen oder mit Programmen, die nie dazu verfasst wurden, um umgesetzt zu werden?

 Citronella meinte dazu am 19.02.26 um 15:16:
@ DavidW:

Mich stört immer noch der Begriff „richtige Partei“. Sind für dich denn alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien „richtig“, auch die mit SED-Wurzeln?

 Moppel meinte dazu am 19.02.26 um 15:42:
Jack- ebent!
Und wer bewertet, was richtige Parteien sind?
Nachdem man uns schon das Essen vorschreiben will, die Wärmepumpe, die Mülltrennung und die Weihnachtsbeleuchtung für Ramadan, sollte man uns jetzt auch vorschreiben, was wir wählen können und was nicht. Unbedingt°!
Ich bin für eine 10 Prozent-Hürde. Neurologisch nachgewiesen darf nur noch der wählen., dessen Gehirn mindestens zu 10 Prozent funktioniert. Bitte Attest zur Wahl mitbringen....GGGGGGGG von M.

 niemand meinte dazu am 19.02.26 um 17:27:
@ Moppel
Und der mit den 10 Prozent Hirn soll dann Politiker wählen
die bereits keines haben   :D
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