Es war das Jahr, da die Pferde mit den Hufen nach oben gestreckt zuhauf auf den Straßen herumlagen. Notiz von ihnen wurde nur insofern genommen, als man anhielt, um sich von ihrem Fleische ein Stück abzuschneiden. Es war der eisigkalte Winter nach dem großen Krieg, als viele Menschen hungerten und froren in ihren schlecht geheizten Unterkünften. Martha hatte mit allen Händen voll damit zu tun, ihre drei Kinder satt zu kriegen. Denn es war auch das Jahr, in dem ihr Mann aus dem Russlandfeldzug nicht mehr nach Hause zurückkam. Sie war jetzt Kriegerwitwe und ihre Kinder Halbwaisen. Die aber lebten wenigstens noch, ganz im Gegensatz zu den verendeten Pferden.
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