Vor einigen Jahrzehnten sagte ein nachdenklicher Kollege einmal zu mir, durch die Verwendung von Computern (anstelle des Kopfes und dessen Inhalts) würden seiner Meinung nach die Menschen immer "denkfauler". Spätestens jetzt - im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz - hat es sich auch zu der Zeitschrift "Der Spiegel" herumgesprochen. Diese titelt in ihrer neuesten Ausgabe: "Macht die KI uns dumm?".
Als Blickfang wird dabei ein Bild eines Esels verwendet, der anscheinend - laut dem intelligenten "Spiegel" - die Dummheit symbolisieren soll. Dabei ist ein Esel nicht dümmer (oder gar schlauer?) als ein Pferd oder andere vergleichbare Tiere. Die Bremer Stadtmusikanten sind ohne ihn undenkbar. Der Esel dümmer als der Mensch? Immerhin hat er z.B. keine Atomwaffen, keine Kriege, keine tödlichen Religionen und keine Milliarden von Jahren strahlende und die Erde verseuchende Atomruinen erschaffen.
Schon in der - wie viele meinen - "guten" alten Zeit wurde in der Schule, in der die Schüler bekanntlich für das Leben lernen, die Eselskappe als Bestrafung der, wie der allwissende Lehrer meinte, besonders dummen Schüler eingesetzt. Selbst der berühmte Albert Einstein soll sich tatsächlich einmal bei einer "Eselei" ertappt haben. Im üblichen Sprachgebrauch muß der Esel nach wie vor als Platzhalter für einen (aus Sicht der oberschlauen Verwender) "dummen" Menschen herhalten.
So hat sich bis heute eigentlich nichts geändert. Zumindest in der Beziehung, so meine ich Esel, scheint die Krone der Schöpfung keinesfalls klüger geworden zu sein.