Plattdeutscher Kuchenkrieg

Schwank zum Thema Missverständnisse

von  Saira

De Sünn spegelt sük up dat Water, dat Café an’n Haven weer full besett. Auf de Terrass bi de Kaimüür seten een ole Keerl un sien Trull: Heinrich, drall, witt Haar wirr up’n Kopp, een Brill scheev up de Nas, un Else, mollig, lütt, doovhörig. Up de Eer, mank ehr Benen huukt Charly, hör Hundje un weifelt mit sien Steert.


„Else, willste ok een Stük Appelkoken?“ froog Heinrich un swenkt mit de Spieskaart as een Käpten sien Stüürrad.


„Nee, Heinrich, ik mutt hüt nich kochen, wi hebbt noch Gulasch vun güüstern,“ antwoordt Else, ehr Stimme gellde över de Terrass.


Heinrich froog baff: „Gulasch vun güüstern? Hest du wat mitnohmen?“


„Heinrich, de Kellner kümmt, willste ok een Stük Appelkoken?“


„Ik meen doch, ik will keen Gulasch, ik will een Stük Eerdjebeeijtort mit Rohm as’n Wulkje!“


„Ach, wat snackst du dor? In’n Gulasch is Schmand. Willst du nu Koken nee of ja?“


Charly jöselde kört, sprung op un draaide een poor Runnen.


De Kellner keem heran: „Wat dar ik brengen?“


„Dank ok, bloot twee Tee, min Fru hett Gulasch mitnohmen,“ klaarde Heinrich vergrellt op.


„Wat för een Quatsch, Heinrich! Wi nemen twee Stük Appelkoken!“ seggt Else suur.


„För mi een Eerdjebeeijtort mit Rohm as’n Wulkje,“ reep Heinrich un nickkoppde de Kellner to, as wenn dat een militärische Mission weer.


An‘t Tafel tegenan weer een Englanner, Strohhood up’n Kopp, Handjes üm een Tass Tee klamp. He hett de heel Snackeree höörde un krüüsde de Bregen. „Excuse me … Quatsch? Wat meen Sie? Is dat … cheese cake?“


„Quarkkoken hebbt se seker ok,“ seggt Else nadenkelk.


„Nee, Else, swieg! Mien Heer, Quatsch is dat, wat mien Froo snackt,“ verkloogfiedelte Heinrich.


De Englanner nickkoopde emsig. „Ah … Quark … Quatsch … hmm … I eat? Nee? Wait…“

Heinrich seggt jauelig: „Ach du mien Godigheitd…“


Charly blaffde, sprung op un, snappte de Strohhood vum Englanner un rennde um de Tafel. Der Englanner bölkde: „Oh! My hood! My hood! Nee!“


Else pruustde krass.


„I learn Platt! I lern Quarkkoken! I… essen Gulasch?“ De Englanner swenkt mit de Handjes, Heinrich kiekte Else bloot an,


Charly sprang op’n Tafel, leet de Strohhood henfallen, un umleep wedder üm de Tafel. Else kreet: „Charly! Sluss!“


De Englanner guffelte so luud, dat de Lüüd keek: „Ha ha ha! Very … delicious chaos!“


Heinrich hett Borst un Else schüdd de Kopp. Een typisk Dag in de Leven van Else un Heinrich.




 

 

@Sigrun Al-Badri/ 2026




Anmerkung von Saira:

Übersetzung von Plattdeutsch auf Hochdeutsch:
 
Die Sonne spiegelte sich auf dem Wasser, das Café am Hafen war voll besetzt. Auf der Terrasse bei der Kaimauer saßen ein alter Mann und seine Frau: Heinrich, rundlich, weißes Haar wirr auf dem Kopf, eine Brille schief auf der Nase, und Else, mollig, klein, schwerhörig. Auf dem Boden, zwischen ihren Beinen hockte Charly, ihr Hund, und wedelte mit dem Schwanz.
„Else, willst du auch ein Stück Apfelkuchen?“ fragte Heinrich und schwenkte die Speisekarte wie ein Kapitän sein Steuerrad.
„Nein, Heinrich, ich muss heute nicht kochen, wir haben noch Gulasch von gestern,“ antwortete Else, ihre Stimme schallte über die Terrasse.
Heinrich blinzelte. „Gulasch von gestern? Hast du etwas mitgebracht?“
„Heinrich, der Kellner kommt, willst du auch ein Stück Apfelkuchen?“
„Ich meine doch, ich will kein Gulasch, ich will ein Stück Erdbeertorte mit Sahnewolke!“
„Ach, was redest du da? Im Gulasch ist Schmand. Willst du jetzt Kuchen oder nicht?“

Charly sprang auf und drehte ein paar Runden.
Der Kellner kam heran: „Was darf ich bringen?“
„Danke, nur zwei Tee, meine Frau hat Gulasch mitgebracht,“ erklärte Heinrich verärgert.
„Was für ein Quatsch, Heinrich! Wir nehmen zwei Stück Apfelkuchen!“ sagte Else sauer.
„Für mich ein Stück Erdbeertorte mit Sahnewolke,“ rief Heinrich und nickte dem Kellner zu, als wäre das eine militärische Mission.

Am gegenüberliegenden Tisch saß ein Engländer, Strohhut auf dem Kopf, Hände um eine Tasse Tee geklammert. Er hatte das ganze Geplänkel gehört und runzelte die Stirn. „Excuse me … Quatsch? Was meinen Sie? Ist das … cheesecake?“
„Quarkkuchen haben sie sicher auch,“ sagte Else nachdenklich.
„Nein, Else, schweig! Mein Herr, Quatsch ist das, was meine Frau sagt,“ erklärte Heinrich entschieden.

Der Engländer nickte eifrig. „Ah … Quark … Quatsch … hmm … ich essen? Nein? Wait…“
Heinrich seufzte: „Ach du meine Güte …“

Charly bellte, sprang hoch, schnappte den Strohhut des Engländers und rannte damit um den Tisch. Der Engländer rief: „Oh! My hat! My hat! No!“
Else prustete laut los.


„I learn Platt! I learn Quarkkuchen! I… essen Gulasch?“ Der Engländer wedelte mit den Händen, Heinrich sah nur zu Else.

Charly hüpfte auf den Tisch, ließ den Strohhut fallen und rannte wieder um den Tisch. Else schrie: „Charly! Schluss!“
Der Engländer lachte so laut, dass die Leute hinsahen: „Ha ha ha! Very … delicious chaos!“

Heinrich seufzte tief, Else schüttelte den Kopf. Ein typischer Tag im Leben von Else und Heinrich.

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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (24.04.26, 01:22)
Ach, liebe Saira, das Untenstehende muss hier rein. Ich musste schmunzeln.
Allens Goude för youi!
Van Harten, Reli
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