Tante Betty kommt ins Heim

Text zum Thema Familie

von  Gabyi

Tante Betty war das erste Kind meiner Großeltern. Sie kam im Jahr 1900 auf die Welt und litt an Kinderlähmung. Sie ging an Krücken, so hieß das damals wahrheitsgetreu. Sie hatte ein sonniges Gemüt und war beliebt in der ganzen Straße. Sie hatte auch einen altertümlichen Rollstuhl, bei dem man links und rechts einen Hebel hin und her schieben musste. Sie schälte die Kartoffeln für die Familie und hatte einen stacheligen Bart. Sie hatte auch Asthma und keuchte dann immer. Dann hatte sie noch Zucker und aß trotzdem die Rot-Weißen Pfefferminz-Dragees, obwohl die Ärztin Muhle Horn ihr das strikt verboten hatte. Dann kam Tante Betty ins Heim nach Schirnau und danach in die Schleswiger Straße. Man sagte ihr sofort am nächsten Tag: "Betty, du kannst nicht laufen und gab ihr einen Rollstuhl. Es war ein Trauerspiel, aber sie blieb, wie immer, wohlgemut. Vorher hatte meine Mutter sie die ganze Zeit gepflegt, davor meine Oma.


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