Felder

Gedicht

von  niemand




1. Weizen


Singt der Wind sein wildes Lied

wenn er durch den Weizen zieht

glänzt in dessen grüner Mähne

- angestrahlt vom Sonnenlicht -

hier und dort

ne goldene Strähne

die von naher Reife spricht


2. Hafer


Streicht der Wind durch Hafers Locken

schüttelt der den Kopf -

Komplimente und Frohlocken

wünscht solch eitler Tropf


Doch dem Winde fehlt

das Reifen

drum bevorzugt er das Pfeifen

auf den Wuschelkopf


3. Gerste


Fräulein Gerste steht gesittet

- fein bezopft -

worum sie bittet

ist dem Wind zu schlicht


Wirkt wie eine Gouvernante

- so was gibt sich kaum die Kante -

die bepfeift man nicht!


4. Roggen


Dieses edle aufrecht Stehen

kleidet ihn so gut -

Etwas bläulich anzusehen

wie von Adelsblut


denkt der Wind

und sein Verbeugen

möchte gern von Achtung zeugen -


zieht vor ihm den Hut!





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