Ein einziger Mensch fehlt

Gedicht zum Thema Trauer/Traurigkeit

von  AnneSeltmann


Es ist seltsam,

wie die Welt
ihre Vollständigkeit behauptet.


Die Bäume stehen noch.

Die Vögel kennen ihre Wege.

Der Wind
rauscht durch dieselben Blätter
wie gestern.

Und doch

hat jemand
eine Tür

aus der Landschaft genommen.

 

Seitdem

zieht es.

 

Nicht laut.

Nicht sichtbar.

Nur dort,

wo dein Name
früher den Raum
zusammenhielt.

 

Ein einziger Mensch fehlt.

Und plötzlich

werden Straßen länger,

Stühle größer,

Abende weiter.

Selbst das Licht

scheint sich zu fragen,

wohin es fallen soll.

 

Die Welt ist nicht leer,

sie weiß nur

nicht mehr,

wie sie

ohne dich

ganz sein kann.

 






Anmerkung von AnneSeltmann:

Für meinen Vater/Todestag 2006

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Kommentare zu diesem Text


 franky (11.07.26, 08:48)
Hi liebe Anne, 

"wo dein Name
früher den Raum
zusammenhielt."



Einfühlsame Gedanken, gehen in meine Seele. 
Liebe Grüße von Franky 

 AnneSeltmann meinte dazu am 11.07.26 um 09:19:
Herzlichen Dank Franky!

Liebe Grüße zurück

Anne
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