Mama [inspiriert]

Erlebnisgedicht

von  niemand


Du warst so weich in meinen ersten Jahren -

dein Schoß ein schützend Hort

auf dieser Welt.

Nie wollt ich fort und musste doch erfahren,

dass nichts, was schön ist, Ewigkeiten hält.


Denn irgendwann mutiertest du zur Mutter

[ein Name voller Härte, so wie du]

Nicht lieb wie Mama, streichel weich wie Butter,


nur eckig, kantig -

ungerecht dazu.


Hab mich an deinen Ecken blau geschlagen,

hab mich an deinen Kanten wund gewetzt,

egal was ich auch tun wollt, oder sagen,

es wurd nicht im Geringsten wohl geschätzt.


Noch heut erinnre ich mich, wenn auch vage,

an Zeiten als wir zwei uns einig waren.

Es waren Stunden, waren nicht mal Tage -

auch die hast du verstanden einzusparen.


Wenn heut nach Güte Sehnsucht ich verspür,

sehn ich mich nach der Mama -


nie nach dir.




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Kommentare zu diesem Text


 Gabyi (30.07.26, 16:51)
Verstehe vollkommen, was du meinst. Auch meine Mutter war eine Hexe mit Hakennase. Sie hatte einen schlimmen Tod.

 textundverklang meinte dazu am 30.07.26 um 16:56:
Hab' bis zum Schluss die Daumen gehalten, dass es anders komme als das Leben ... 
Das ist dann gut gefasst begreifbar.

 lilly-rose antwortete darauf am 30.07.26 um 19:50:
Sehr bewegend, und gute Wort- und Reimwahl!!

 niemand schrieb daraufhin am 31.07.26 um 17:21:
@ Lilly-rose
Dnkeschön! Das freut mich sehr!    :)
Mit liebem Gruß zurück, niemand

 niemand äußerte darauf am 31.07.26 um 17:22:
@ Textundverklang
Dankeschön auch Dir! Mit lieben Grüßen, niemand   :)

 niemand ergänzte dazu am 31.07.26 um 17:23:
@ Gabyi
Dankeschön fürs Verstehen  ;)   Ich hoffe die "Hakennase"
war nicht ganz so schlimm wie bei Hänsel & Gretel.
Mit liebem Gruß zurück, Irene

 Janna (30.07.26, 19:52)
Ein Gedicht, das berührt und Erinnerungen wachruft. Manchmal werden Mütter zu Rivalinnen und die Töchter verstehen die Welt nicht mehr. Lange versucht man, Erwartungen zu erfüllen und begreift erst Jahrzehnte später, dass das ein aussichtsloses Bemühen war. Und manchmal erkennt man auch den Grund.
Ein starkes Gedicht!

Liebe Grüße

Janna

 niemand meinte dazu am 31.07.26 um 17:19:
@ Janna
Ja, die Erlebnisgedichte sind so ein Ding. Auf der einen Seite freue ich mich, dass es mir gelungen ist dieses Gedicht so zu schreiben,
auf der anderen Seite wird mir bewußt, dass, besonders in Gedichten,
eine Art Ausgewogenheit fehlt, da die Gegenseite keine Möglichkeiten hat ihre Sicht der Beziehung zu schildern. Einerseits, weil sie nicht mehr da ist, andererseite, weil sie es in dieser Art nicht geschafft hätte. Und es hätte sich mit Sicherheit ein anderes ergeben. Bei Erlebnisgedichten muss man sich darüber im klaren sein, dass ein Lyrich sich nicht selten als eine Art "Opfer" der Umstände/der Personen sieht. Aber wir Menschen sich nicht das eine, oder das andere, sondern wir sind "Opfer" wie "Täter" immer abwechselnd.
Mir war es schon wichtig solch ein Gedicht schreiben zu können,
aber es ist mir auch nicht unwichtig die Sicht auf den Gegenpart
zu legen, wenn auch nicht detailliert, weil nicht möglich. Ich bedanke mich, liebe Janna und sende Dir einen lieben Gruß zurück, Irene

Antwort geändert am 31.07.2026 um 17:19 Uhr
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