Süß!

Gedicht zum Thema Nonsens

von  niemand



Kürzlich sprach ein Wort zu mir:

Bin von den ganz herben -

hab es längst schon im Gespür,

ungesüßt zu sterben.


Du bist edel, wirkst apart,

sprach ich ihm, drum tröste

ich dich gern auf meine Art,

doch im Wörtchen löste


sich die Sperre und es rief:

Keine Ahnung, aber

immer alles positiv

deuten durchs Gelaber.


Wär mir für den Kitsch nicht schad,

sprach das Wort, als müsse

aus dem Stand es, weil malad,

rein in pure Süße.


Sag mal, Dichter, ist das Tee,

den du grade brühtest?

Zieht das Pulver, das ich seh,

welches du behütest,


nicht die reinst Zuckerspur,

die ich so vermisse?

Rief es, sprang ins Dextropur

und ertrank in Süße.







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Kommentare zu diesem Text


 AnneSeltmann (24.08.26, 17:34)
Huhu!

Was für ein köstlich böses Wortspiel! :D
Ich mag besonders, dass das Gedicht die ewige „Alles ist positiv, du musst es nur richtig sehen“-Mentalität nicht einfach mitmacht, sondern ihr ordentlich auf die Finger klopft. Nicht alles muss versüßt, schön geredet oder in eine Lebensweisheit verwandelt werden. Manches darf bitter sein – und vielleicht schmeckt ein bisschen Bitterkeit zwischen all dem Dextropur sogar ganz gut.
Und dass das arme Wort am Ende ausgerechnet im Zucker ertrinkt, ist natürlich die perfekte Pointe. Herrlich!


Liebe Grüße

Anne
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