Kapitel--7--
Erzählung
von Imitologiker
Roman – Kapitel 7
Die Krisensitzung
Der Konferenzraum war ungewöhnlich still. Niemand sprach über Gewinne oder neue Aufträge. Auf dem Bildschirm stand nur ein Wort: MARS.
Der Unternehmer trat vor den Tisch. Seine Stimme war fest, aber jeder hörte die Anspannung.
„Ich habe die Protokolle gelesen. Der Notruf wurde rechtzeitig abgesetzt. Nicht nur ein Container ist verloren. Die ganze Fabrik ist zerstört. Ein Teil des Reaktors ist ins All geschleudert worden und hat unseren Frachter getroffen. Kommen Sie mir also bitte nicht mit der Ausrede, die Meldung sei zu spät gekommen.“
Niemand antwortete sofort.
Schließlich meldete sich ein Informatiker. „Dann müssen wir den Autopiloten verbessern.“ „Gut“, sagte der Unternehmer. „Wie?“ „Er entscheidet selbst.“
Der Leiter der Leitstelle schüttelte den Kopf.
„Ein Computer kann nur auf Informationen reagieren, die er besitzt. Die Nachricht erreicht auch ihn erst nach dem Point of no return.“
Der erste Vorschlag war vom Tisch.
Ein Pilot erhob sich. „Dann drehen wir den Frachter eben um.“
Der Flugdynamiker zeichnete schweigend die Flugbahn an die Tafel. „Hier zündet die dritte Stufe. Ab diesem Punkt reicht der Treibstoff nur noch für die Reise zum Mars.“ „Also vorher umkehren.“ „Vorher kennt niemand die Explosion.“
Wieder Stille.
Ein Politiker räusperte sich.
„Warum ruft der Mars überhaupt um Hilfe? Können die dort keine eigenen Raketen bauen?“
„Doch“, antwortete der Marskoordinator ruhig. „Aber nicht jede Fabrik kann jede Maschine herstellen. Genau deshalb gibt es Handel.“
Auch dieser Einwand verschwand von der Tafel.
Jetzt meldete sich ein junger Physiker.
„Dann sollten wir endlich den Warp-Antrieb entwickeln.“
Zum ersten Mal huschte ein Lächeln durch den Raum.
Der Vorsitzende nickte ernst. „Ausgezeichnete Idee.“
Der junge Physiker strahlte. „Dann unterbrechen wir die Sitzung für fünfzehn Minuten.“
„Fünfzehn Minuten?“, fragte der Physiker überrascht.
„Ja“, sagte der Vorsitzende trocken. „Das müsste doch reichen, um den Warp-Antrieb fertigzustellen.“
Selbst der Unternehmer musste lachen. Die Anspannung löste sich für einen Augenblick.
Als das Lachen verklungen war, blieb nur noch die Frage zurück:
„Wenn wir weder schneller fliegen noch schneller denken können – was ändern wir dann?“
Diesmal meldete sich niemand sofort.