Ohne Elan, aber mit einem Plan (mahlt die Zwickmühle meine Bemühungen kurz und klein)

Tagebuch zum Thema Reisen

von  S4SCH4

Gegen Vier Uhr fiel ich mit einem Herzpochen aus dem Bett, es schlug recht schnell und mir war ein wenig schwindelig. Ich dachte daran, etwas Zuckerhaltiges zu essen und ging zum Snackautomaten des Hotels. Verstanden habe ich das Prozedere zum Kauf nicht, irgendwas von 22€ Grundservice, dessen Rückgeld irgendwie erstattet werden soll, nachdem man sich bediente, ich wollte etwas aus beiden Türen, Cola und Chips, stellte mir die Frage, wie das alles funktionieren solle, resignierte einen kurzen Moment und ging wieder aufs Zimmer. Trank Wasser.

 

Im Folgenden schrieb ich einiges an Texten, packte meine Sachen zusammen, das Fahrrad konnte ich glücklicherweise mit aufs Zimmer nehmen. Machte außerdem eine Buchung in Bologna, in der hoffnungsvollen Aussicht dort heute noch hinzugelangen, auch wenn mir seit gestern die Laus der Schiefgeherei über die Leber krabbelt. Unentwegt denke ich daran, dass sowieso nichts klappt und ich die Reise unter einem verdammt üblen Stern angetreten habe. Und wie das dann oft so ist, bewahrheitet sich das eigene Denken bisweilen, befeuert neue Selbstvorwürfe und alles gerät ins Wanken. Niemand und alle sind schuld, und die Kompliziertheit der Dinge sprengt den Rahmen, die Farben des Bildes laufen über und niemand mag mehr wirklich hinschauen.

 

Gerade gab es Frühstück. Ich bin nur um einiges ruhiger, aber auch schläfriger. Am liebsten würde ich mich nochmal hinlegen. 

 

Der Schnellzug nach Verona fährt in etwa 2 Stunden. Was ich vorab checken kann, das checke ich. Gleis, Streckenabschnitt, Wagenreihung und wo sich das Fahrradabteil befindet. Nicht auszumalen, wenn ich den Einstieg nicht fände und der Zug ohne mich abfährt. Alles schon vorgekommen und noch gar nicht so lange her. Wie lange ich dann auf eine Alternative warten müsste, schwer zu sagen, aber so wie der DB Reiscentermitarbeiter gestern in München aussah, als er einen passenden Ersatznach Bologna suchte, eher lange. Sehr lange.  

 

In Bologna ist Regen angesagt. Und Unwetter. Nur so, falls ich es heute tatsächlich dahin schaffe. Ein Zimmer in einem Mehrbettzimmer eines - unweit vom Bahnhof entfernten Hostel - habe ich bereits gebucht. Da sollte ich es aushalten könne bis morgen, bei Unwetter nach einer Zeltmöglichkeit mitten in der Stadt zu suchen ist wahrscheinlich nicht die beste Lösung.

 

Innsbruck Gleis 3 Abschnitt C oder D, Fahrradabteil gleich hinter dem Restaurantwagen, sage ich mir immer wieder mantraartig und denke danach: wird eh nix!

Zudem weiß ich sehr genau: Sollte es doch was werden, sollte der Zug mich also tatsächlich mitnehmen, werde ich mir vorwerfen, nicht immer so negativ zu sein. Freude und Genugtuung wird es mit diesen meinen Vorwürfen nicht geben. Ich sagte ja, die Sterne stehen denkbar schlecht … und ich selbst bin wohl meine schlimmste Reisebegleitung.



Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren
Zur Zeit online: