Buß & Bettag

Gedicht zum Thema Aktuelles

von  niemand



Der Feiertag wird kaum vermisst,

obwohl so mancher dennoch büßt

beim Anblick dessen, was der Handel,

in Form von schokolierter Mandel

und marzipanisierter Nuss

ihm bietet. Im Diät-Verdruß

kann dann ein solcher nur noch beten,

es möge nicht zu nah ihm treten,

der Händler, der sich nicht geniert

und darauf spekulaziusiert,

man sollte seinen Umsatz steigern,

und dem Genuss sich nicht verweigern.


Der Mensch, mental darauf geeicht,

Methusalem zu werden, weicht

vom süßen Kram, so gut es geht,

in die Abteilung „Grünes Beet“.

Mit hundertjährigem Verheißen

find er hier nur gesundes Beißen.

Selbst ein Kaninchen wär entzückt

davon, was ihm an Grünzeug glückt

in seinen Einkaufskorb zu stopfen -

fast hört den Osterhas man klopfen.


Doch dieser machte sich von Tannen -

er steckt jetzt in den Weihnachtsmannen,

stark hoffend, dass die Milka-linden,

sich bald im Osterhasen finden.

Der Mensch, den Bogen um die Süßen

vollziehend, spürt erneut ein Büßen.

Er folgt dem Fluchtreflex im Bein

und haut zu Haus sich Müsli rein.



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