Bunte Träume

Gedicht zum Thema Wunsch

von  Galapapa

Wenn in der Seele alte Wünsche wühlen,
die mit der Wirklichkeit nicht einig sind,
dann dreh dein Wollen in den freien Wind,
denn der treibt immer schon die Schicksalsmühlen.
Und wie ein abgelebtes Blatt, das bricht,
fällt mit den Träumen deine Zuversicht.
Melancholie wird deine Sehnsucht kühlen.

Wenn durch dein Leben klamme Nebel ziehen,
ein rauer Reif sich aufs Empfinden legt,
die Tage dunkler werden unentwegt
und dir die Stunden immer schneller fliehen,
dann wähnst du manchmal dich dem Tode nah
und alles Licht, das je dein Dasein sah,
es fühlt sich an als wär es nur geliehen.

Dann lass dir dein Verblühen nicht entfärben,
denn alles was verbraucht zu Boden fällt
ist ewig Teil des Ganzen und behält
das stete Existieren auch im Sterben,
wie ein Gefäß aus feinst geschliffnem Glas,
das stolz die Anmut des Kristalls besaß;
und diese lebt auch in den Glitzerscherben.

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Kommentare zu diesem Text

Graeculus (69)
(09.10.14)
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 Galapapa meinte dazu am 09.10.14:
Hallo Graeculus,
herzlichen Dank für Deinen Kommentar und die Empfehlung!
Darf ich dem vermutlich besseren Wortekenner eine Gegenfrage stellen?: Der Bezug ist natürlich "Anmut; darf man "diese" und "jene" nicht als gleichbedeutend verwenden?
Falls diese Frage mit "nein" zu beantworten ist, werde ich selbstverständlich eine Änderung in diesem Sinn vormehmen.
Danke auf jeden Fall für den Hinweis!
Liebe Grüße!
Charly
Graeculus (69) antwortete darauf am 09.10.14:
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 Galapapa schrieb daraufhin am 10.10.14:
Herzlichen Dank, lieber Graeculus, für Deine anschauliche Aufklärung!
Ich dachte, man könne beides im gleichen Sinn verwenden.
Ich habe die Änderung vorgenommen.
Dein Beispiel aus dem Büroalltag fand ich übrigens sehr orginell! :)
Danke nochmal und liebe Grüße!
Charly

 Fuchsiberlin (09.10.14)
Thema "Wunsch" passt. Sehr fantasievoll in Szene gesetzt.

Liebe Grüße
Jörg

 Galapapa äußerte darauf am 09.10.14:
Hallo Jörg,
danke für Dein Lob und die Empfehlung!
Der Text beschäftigt sich mit dem Thema "alte Wünsche und älter werden" und ist streckenweise auch als Trost zu verstehen für die vielen Dinge, die man unerfüllt hinter sich lassen muss bzw. musste.
Durch die Farben bekommen die Verse auch einen aktuellen Bezug zum Herbst , im Sinne von Herbst des Lebens.
Liebe Grüße!
Charly
princess (68)
(09.10.14)
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ues (34) ergänzte dazu am 10.10.14:
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 Galapapa meinte dazu am 10.10.14:
Liebe princess,
herzlichen Dank für Dein Lob !
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Du mit dem ersten Vers Probleme hattest, ins Gedicht hineinzukommen. Ursprünglich hatte ich den Ausdruck "anfühlen" verwendet, dann aber hat mich die metrische Unstimmigkeit mit der Betonung dieses Wortes gestört. Meine Änderung war dann wohl nicht sehr glücklich gewählt und ich bin Dir dankbar für diesen Hinweis!
Mit meiner weiteren Änderung wirst Du wohl viel besser einen Einstieg finden, denke ich.
Mit dem freien Wind meinte ich eine mitnehmende Strömung, die durch nichts beeinflusst ist und sagen wollte ich, dass man irgendwann alte Träume und Wünsche aufgeben sollte, im Sinne von sich dem Schicksal ergeben oder sich mit dem Wind treiben lassen. Diese Träume werden damit ja nicht wertlos, denn ich glaube, wir profitieren von unseren Wünschen, auch wenn sie sich schließlich als unerfüllbar herausstellen. War es doch schön, teilweise dafür gelebt zu haben. :)
Liebe Grüße!
Charly

 Galapapa meinte dazu am 10.10.14:
Hallo ues,
auch Dir herzlichen Dank für das Lob und die Empfehlung!
Liebe Grüße!
Charly
princess (68) meinte dazu am 10.10.14:
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