It’s all about the blank lines in your life

Gedanke zum Thema Leere

von  CoraLie

Stillschweigend wie so oft sitzen wir nebeneinander. Du spielst an deinem Lippenpiercing mit den Fingern deiner  linken Hand, in der rechten hälst du eine Zigarette. Ab und an ziehst du, aber den größten Teil des Tabaks lässt du ungeraucht in Asche vergehen.
Manchmal komme ich mir genau so vor: wie eine abgebrannte, nicht benutzte Zigarette, die hinterher achtlos im Aschenbecher landet.
Niemand würde einen verteerten Zigarettenfilter aufheben.

„Kennst du das, die Leere, die dich auffrisst. Verschluckt, als wärst du ein Kaubonbon. Hochwürgt, weil es doch nicht durch die Speiseröhre passt und dann landest du doch im Endeffekt in Magensäure und löst dich in ihr auf. Zerfällst ganz einfach“, frage ich und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich oder sie in diesem Moment frage und ob ich überhaupt frage.

Für einen Moment lassen ihre Finger vom Labret ab. „Ich glaube“, sagt sie, „dass die Leere einfach immer da ist. Nur manchmal gibt es die Momente, in denen wir schaffen, sie zu füllen. Mit Glück und Freundschaft und alledem. Aber wenn nichts Positives mehr vorhanden ist, dann tut sie weh und verlangt nach mehr“.

Wir verabschieden uns.

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Kommentare zu diesem Text


 W-M (08.09.14)
das nenne ich lebensgefühl, die geschichte hat was, gefällt mir wieder, ich könnte mich fast an deine geschichten gewöhnen

 CoraLie meinte dazu am 10.09.14:
Nur fast? ;)
Danke.

 TrekanBelluvitsh (06.12.17)
„Ich glaube“, sagt sie, „dass die Leere einfach immer da ist. Nur manchmal gibt es die Momente, in denen wir schaffen, sie zu füllen. Mit Glück und Freundschaft und alledem. Aber wenn nichts Positives mehr vorhanden ist, dann tut sie weh und verlangt nach mehr“
Eine "Glas-halb-leer-Deutung". Gefällt mir.

Nix wird gut
TB
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