Irgendwann such‘ ich mir jemanden, der mich liebt. Bis dahin hab‘ ich Vodka.

Gedanke zum Thema Drogen/ Alkohol

von  CoraLie

Die erste warme Sommernacht in diesem Jahr verbringe ich damit, ein Hochhaus zu suchen, um auf das Dach zu gelangen. Einige Hausfriedensbrüche und verärgerte Bewohner später (wer will auch schon um Mitternacht geweckt werden, um dann durch die Fernsprechanlage zu hören „sorry, ich hab‘  mich verschellt?) liege ich auf dem Dach.

Wahrscheinlich ist es der einzige Ort, an dem man die Sterne sehen kann. Der Sternenhimmel macht auf Diva, so viele kleine Paillettenglitzerpunkte stehen hervor.
Ich ziehe mich aus und falte meine Kleidung ordentlich zusammen, sortiere sie: Top – BH – Hose – Slip. Daneben stelle ich meine Schuhe. Aus meiner Umhängetasche ziehe ich eine kleine pinke Dose mit Hello Kitty Aufdruck. Ein paar Pappen sind noch übrig geblieben aus den letzten Tagen. Upper-Downer-Upper-Downer-Mischkonsum.

Mein Ticket to Heaven liegt auf meiner Zunge. Ich liege auf dem Dach. Nackt. In der warmen, nach Asphalt und Abgasen riechenden Sommerluft. Teer lagert sich auf mir ab und das Hochhaus wächst in den Himmel.
Ich zünde eine Zigarette an und lasse mich von meinen Stimmen leiten. Tanze über das Dach zu der imaginären Musik in meinem Kopf.
Ich sehe dem Zigarettenstummel zu, wie er vom Dach fällt. Tiefer. An Klavieren und Marmeladengläsern vorbei. Und auf dem Boden aufkommt, mein Kopf formt ein „kaboom“.

Wie schön es wäre, Lucy und die diamantenen Sterne zu teilen. Einfach hier, unendlich sein.
„I will burn you down, my little lover“, hauche ich meiner nächsten Zigarette zu.

In meiner Tasche versteckt sich noch eine Flasche Vodka. Ich proste den Himmelsdiamanten zu.

Roses are red. Violets are blue. Vodka is cheaper than dinner for two.

Kommentare zu diesem Text

Graeculus (69)
(22.05.14)
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 CoraLie meinte dazu am 22.05.14:
Vielen Dank, auch für die Empfehlung :)
B-Site (30)
(22.05.14)
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 CoraLie antwortete darauf am 22.05.14:
The number you've called is not availeble...
Merci :)

 Skala (22.05.14)
Aaaalso, eigentlich mag ich so ich-betrink-mich-jetzt-mal-und-bin-voll-melancholisch-drauf-Texte ja oft nicht, aber hier gibt's alleine für Lucy und die letzten drei kleinen Sätze einen Klick. Chapeau! :)
Grüßle, Skala
PS: Und für die Tatsache, dass der/die/das Prot nackelig ist, anstatt die eigenen ausgelatschten Sneaker oder löchrigen Fransenjeans zu beschreiben! :D
PPS: (edit) Erinnerte mich zu Anfang ein bisschen an "A Long Way Down"
(Kommentar korrigiert am 22.05.2014)

 CoraLie schrieb daraufhin am 22.05.14:
Dann ehrt mich deine Empfehlung und Kommentar sehr :) vielen dank!

Habe ich noch nichts von gehört, ich führe es mir zu gemüte!

 W-M (08.09.14)
gefällt mir der text, interessante stiummung, mir wurde manchmal fast schwindelig ... meine frau, die viel Nick Hornby gelesen hat, erzählte mir von einem seiner romane, in dem sich die protagonisten jedes jahr zum sich umbringen auf einem hochhausdach treffen oder so, und, nie kommt es zum selbstmord (wenn ich das jetzt noch richtig in der erinnerung habe?), bis einmal doch jemand springt ... der titel der geschichte (also jetzt wieder deiner) ist auch saugut!

 CoraLie äußerte darauf am 10.09.14:
Hat so ein bisschen was von KV-Jahrestreffen. Jedes Jahr treffen sich 20 Menschen, um gemeinsam über das Undiskutierbare (das persönliche Empfinden) zu diskutieren - und trotzdem leben noch alle ^^

:) Vielen Dank!

 DerHerrSchädel (11.02.15)
Eine schön zu lesende Situationsbeschreibung, die du da ablieferst. Sehr atmosphärisch. Mit den Rauschmitteln habe ich's zwar nicht so, aber Sterne gehen immer...

Viele Grüße

DerHerrSchädel

 CoraLie ergänzte dazu am 14.02.15:
merci :)
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