19_I have more souls than one, Fernando Pessoa

Rezension zum Thema Meer

von  DavidW

Den portugiesischen Lyriker Fernando Pessoa findet man irgendwie berühmt, ein bekannter Name, hatte aber selbstverständlich noch nie etwas von ihm gelesen, weder in deutscher Übersetzung, noch, was man sich als Lateiner einigermaßen erschließen könnte, im portugiesischen Original. Nun also jetzt in englischer Übersetzung.

Pessoa publizierte unter seinem Namen und unter mehreren Pseudonymen. So wie diese präsentiert werden, kann man sie für ein Projekt von Rollenliteratur ("Rollenprosa" kann man im Zusammenhang wohl schlecht sagen). Der eine war für pastorale (hier: schäfernahe, nicht "Pfarrer") Naturlyrik zuständig, der nächste beschwor die antike Mythologie noch einmal herauf; Pessoa war dann noch Pessoa und Einwohner im Königreich Portugal. Aber die Gedichte und Epen sind nie eindimensional, sondern immer vielschichtig und selbstreflexiv. Die Epen kann man tatsächlich als Rollenprosa betrachten. Die Aufrufung der antiken Gottheiten ist transzendent, vielleicht noch nicht ironisch, aber als transzendierende Revokation deren Bildes oder Idee lesbar.

Der Rezensent selbst hört hindurch den großen portugiesischen Ozean, wenn er will.

Es machte Sinn, Pessoa in englischer Übersetzung zu lesen. Man kann dann bestätigen: Der ist zu Recht berühmt.

Am schönsten findet der Rezensent trotzdem immer zweisprachige Ausgaben mit zweisprachigen Doppelseiten, links die Übersetzung, rechts das Orig....

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Kommentare zu diesem Text


 Graeculus (17.03.21)
Gerade lese ich, daß du keine Kommentare zur Kenntnis nimmst. Das ist nun deine Sache. Der im Privatkommentar erwähnte Fehler ist trotzdem ein Fehler.
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