Wir sind nicht von dieser Welt

Gedicht zum Thema Untergang

von  GastIltis

Ihr Götter lebt vom Zank und bösen Träumen
und schlagt und quält euch wegen schlechter Launen.
Ermattet liegt ihr zwischen Fels und Bäumen
noch käuend an den Misteln und Alraunen.

Im Wahn habt ihr halb schlafend und halb wachend
etwas mit Kopf und Beinen vor gestellt.
Dann wart ihr fort, voll trunken und noch lachend.
Nun fragt ein Ding: Was kostet diese Welt?

Ihr Götter lebt vom Zank und bösen Träumen.
Die gabt ihr diesen Wesen mit ins Sein.
Nun werden sie euch folgend nichts versäumen:
Sie schlagen diese Welt bald kurz und klein.

Dass man Vernunft vererbt, ist nicht erwiesen.
Und wenn, der Stärkere, sprich Schlechtere, gewinnt.
Der Mensch hat Klug- und Schönheit oft gepriesen.
Er ist der Götter tönern Trauerkind.


Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen von:
plotzn, Terminator, franky, Jo-W., indikatrix, AZU20.
Noch nicht!

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Kommentare zu diesem Text


 Jo-W. (27.05.21)
Wie gut-muß ich wohl jetzt sagen-lieber Gil.dass man mich als Kind nur mit einem Gott konfrontiert hat-da brauchte ich mich auch nur mit den Drohungen,Regeln und Verhalten eines Einzigen -vor allem mit dem seiner `Vertreter`-`rumschlagen und da ich das letztlich auch nicht so ernst nahm, ist dann auch die Fröhlichkeit stärker gewesen als die Trauer und so nehmr ich auch eher das Spielerische ,mit Worten Jonglierende deiner Zeilen wahr und grüße dich- in dem Sinne-Freund Jo

 GastIltis meinte dazu am 27.05.21:
Hallo lieber Jo,
schön, dass uns das Wochenende vom Wetter her noch ein wenig von dem beschert hat, was sonst den Göttern vorbehalten bleibt, Nektar und Ambrosia. Im übertragenen Sinn natürlich. Ansonsten stimmt es, die Fröhlichkeit sollte schon überwiegen und deine Worte vom Jonglieren werde ich mir für die kommenden Tage als Richtschnur vornehmen. Alles wird gut!
Herzliche Grüße zum Sonntagabend sendet dir dein Freund Gil.

Antwort geändert am 30.05.2021 um 20:28 Uhr

 AZU20 (27.05.21)
Ja, was kostet diese Welt? LG

 GastIltis antwortete darauf am 30.05.21:
Lieber Armin,
jetzt schlagen wir uns erst einmal mit ein paar Kleinigkeiten herum, die wir kostenmäßig zu klären haben. Natürlich wartet die Welt nicht auf uns; sie geht ihren Weg für sich. Und unsere Siebenmeilenstiefel sind schon recht abgewetzt und zerledert. Am Ende zahlen wir sowieso drauf.
Falls wir, also du und ich noch zu den Kleinen zählen. Na ich ohnehin!
Sei du, auch im Zweifelsfall, herzlich gegrüßt von Gil.
Sin (56)
(29.05.21)
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Sin (56) schrieb daraufhin am 29.05.21:
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 GastIltis äußerte darauf am 30.05.21:
Hallo alter Junge,

woher hätte ich den Titel denn sonst nehmen sollen? Nun steht die Frage im Raum, ob ich mal in der Gegend war, und wenn ja, wann und warum. Aber wahrscheinlich ist mir, weil ich ja doch im Rahmen meiner begrenzten Möglichkeiten herumgekommen bin, irgendein Traum oder eine verträumte Gestalt über den Weg gelaufen, von der oder dem ich mich verleiten ließ, auch auf lange Sicht nachträglich an diese besprühte Tür im Geiste der Versuchung zu klopfen. Genützt hat bzw. hätte es so oder so nichts.

Danke und sei herzlich gegrüßt als Bruder im Sinn der Wahrnehmung von Gil.

 plotzn (29.05.21)
Servus Gil,

meine Hoffnung ist immer noch, dass, wenn man alle Vernünftigen in eine Waagschale versammelt und in die andere die Unvernünftigen, dann immer noch die Waage in die richtige Richtung ausschlägt - auch wenn es aus der anderen lauter herauskrakeelt.

Oder mit Konstantin Weckers Worten: "Es sind nicht immer die Lauten stark, nur weil sie lautstark sind."

Liebe Grüße,
Stefan

 GastIltis ergänzte dazu am 30.05.21:
Hallo Stefan,

danke für deine Zeilen. Dass der in der Ilias nur ein einziges Mal erwähnte Stentor mit seiner Stimme so laut wie fünfzig Mann nichts auszurichten vermochte, ist mir von einem Hörspiel aus meiner Kindheit im Gedächtnis haften geblieben, als er nämlich sterbend die siebzig erreichte. Ja, was nützte ihm seine gewaltige Stimme, wenn „sie fern bei den hohlen Schiffen kämpfen!“ Sprich: wenn sich die Hohlköpfe in der falschen Waagschale versammeln. Etwas weit hergeholt, das gebe ich zu, aber ich war ja auch vier Tage fern von jeder Poesie und Vernunft.

Sei herzlich gegrüßt von Gil.
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