Am Fenster

Alltagsgedicht zum Thema Nacht

von  bratmiez

Des Nachts im Garten sitzen triumphierend;
Ein weißer Kater und drei schwarze Katzen.
Mit Funkelaugen hell, illuminierend,
beginnt ihr Spiel - so schaurig faszinierend.
Sie streiten sich um einen kleinen Spatzen.

Im Nachbar-Fenster wirbeln graue Schatten.
Ganz deutlich sieht man beide Silhouetten.
Frau K. schwebt dort mit ihrem Göttergatten.
Sie tanzen zur Musik von alten Platten.
Im Hintergrund ertönen Klarinetten.

Der Mond hängt schwer an unsichtbaren Seilen.
Ein Wetter-Leuchten zittert in der Ferne.
Ich werde noch ein wenig hier verweilen
und keineswegs dem Tag entgegeneilen ...
mein Blick schweift weiter links zu der Laterne.

Und ein zwei Stunden später muss ich lachen!
Ein jeder, der jetzt schläft, könnte es hören!
Dann lasse ich den letzten Korken krachen.
Oh, solltest Du vielleicht davon erwachen?!
Verzeih' mir dies, ich wollte Dich nicht stören!

Der Himmel wird allmählich immer heller.
Ein erstes Schiff verlässt den Güterhafen.
Die Katzen suchen Unterschlupf im Keller.
Vergessen dreht des Nachbar's Plattenteller ...
doch mir sind nur die Füße eingeschlafen.




Anmerkung von bratmiez:

Miau!

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Kommentare zu diesem Text


 Agnete (23.05.22, 18:42)
schön geschrieben, eine bildhafte Szenerie mit Humor asusgehend. LG von Agnete

 bratmiez meinte dazu am 23.05.22 um 19:15:
Agnete! Vielen Dank! Was sagt man da noch? Keine Ahnung? 😁

 AlmaMarieSchneider (23.05.22, 22:27)
Ich habe gleich mit aus dem Fenster gesehen. Tolle Bilder.

LG
Alma Marie

 bratmiez antwortete darauf am 24.05.22 um 15:43:
Dankeschön! 😘

 tueichler (23.05.22, 23:55)
Sehr schöner Duktus und klasse Bilder!
😎

 bratmiez schrieb daraufhin am 24.05.22 um 15:49:
Habet Dank! 😉

 DanceWith1Life (24.05.22, 15:36)
die alten Lieder wenn sie schnurren
wie Diamanten aus den Rillen saugen
bevor in aller Früh der Tauben gurren
den Blinden letzte Nerven rauben
der Ozean der Nacht von Sternen glitzert
weit draußen jenseits des Trabanten Raum
aber auch dort drinnen
hinter allen Fenstern wohnt ein Traum

 bratmiez äußerte darauf am 24.05.22 um 15:48:
Das ist wunderschön!
Wusstest Du dass, wenn man ein Doppelfenster öffnet und im Hof eine Pfütze liegt, der Mond viermal zu sehen ist?
Absolut MONDän scheen! 😄

 Bergmann (31.05.22, 22:01)
Ein sehr schönes, neoromantisches Gedicht, vor allem die 3. Strophe hat es mir angetan. (Und dein Kommentar mit den vier Monden in der Pfütze, Scheiben in den Scheiben ...)
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