Das Atemlose

Gedicht zum Thema Qual(en)

von  Saira

Ich spüre in mir, paradoxerweise,

die Helligkeit und auch die Dunkelheit,

wie sie sich drehen, wild und laut, im Kreise

und wie der Wirbel stetig lauter schreit.

 

Die Augen werde ich mit Schwarz verkleben

und meine Ohren stopfe ich mit Teer,

ich will nichts sehen, hören von dem Beben,

das in mir wütet, schwindellaut und schwer.

 

Verdammt, ich fluche, schreie, weine, lache,

Narben bedecken meinen wunden Geist

Was bringt es mir, dass ich mich blindtaub mache,

wenn mich der Sturm im Inneren zerreißt?

 

Ich muss das Innere nach außen kehren,

mich öffnen, hin zum Tage, hoch zum Licht.

Doch kann ich mich denn gegen etwas wehren,

das seinen Namen trägt und mich zerbricht?

 

Die eine Hand, die meine, will mich wecken,

die andre, seine, greift nach meiner Brust,

das Atemlose will mich niederstrecken,

es reißt mich tief hinab ins Unbewusst.

 

Ich streck die Arme weit, mich solls versenken,

es ruht die Welt, sie graut und dunkelt sich ...

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2023



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (03.09.23, 06:48)
Hallo Sigi, 
                                                                                             Originelle Wortwahl und Bilder zeigen das LyrIch zerrissen im Wirbel widersprüchlicher Gefühle.

Herzliche Grüße
Ekki

 Saira meinte dazu am 03.09.23 um 14:07:
Hallo Ekki,

du hast die Zerrissenheit vom lyrischen Ich gut erkannt. Ich danke dir!

Herzlichst
Sigi

 AchterZwerg (03.09.23, 07:08)
Liebe Sigi,

du schilderst das unbezähmbare "Atemlose" in einer wunderbaren Bildersprache, die mitreißt.

Applaudierende Grüße
Heidrun

 Saira antwortete darauf am 03.09.23 um 14:10:
Liebe Heidrun,

ich danke dir von <3 en!


Ganz liebe Grüße
Sigi
Taina (39)
(03.09.23, 07:25)
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 Saira schrieb daraufhin am 03.09.23 um 14:10:
Liebe Taina,

ich freue mich über dein Feedback!

Danke und liebe Grüße
Sigrun
Agnete (66)
(03.09.23, 14:21)
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 Saira äußerte darauf am 03.09.23 um 18:01:
Du hast recht, liebe Agnete, man darf niemals aufgeben!

Ich danke dir für deine Auseinandersetzung mit meinem Gedicht.

Liebe Grüße
Saira
Teolein (70)
(03.09.23, 15:51)
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 Saira ergänzte dazu am 03.09.23 um 18:05:
Lieber Teo,

ja, Agnete hat es gut und richtig ausgedrückt.

Danke auch für deine Gedanken dazu!

Liebe Abendgrüße
Sigi

 TassoTuwas (04.09.23, 14:10)
Liebe Sigi,

es wäre zu einfach gäbe es nur schwarz/weiß. 
Es ist die Zerrissenheit, die uns immer wieder vor Entscheidungen stellt, die manchmal schmerzhaft manchmal aber auch ein Erlösung sind.
Du benennst es klar: "Ich muss mich öffnen", den Kampf aufnehmen. Nicht um die Welt zu retten, sondern, dir selbst treu zu bleiben.

Herzlicher Grüße
TT

 Saira meinte dazu am 04.09.23 um 18:35:
Lieber Tasso,
 
danke, dass du so tief in mein Gedicht eingetaucht bist.
 
Es stimmt, was du schreibst. Innere Zerrissenheit kann töten, aber es lohnt sich, sich für das Leben zu öffnen und zu kämpfen.
 
Herzlichst
Sigi
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