Es schreit nach Pause (und das ist Arbeit)

Tagebuch zum Thema Einsicht

von  S4SCH4

Alles beginnt mit einer Erkenntnis: (Meine) Texte sind bisweilen so mies, ich mag sie nicht mal mehr als mies anerkennen. Sie flutschen durch Schamgittergullideckel und Schandabflusskanäle in ein Land, das jenseits meiner Erfahrung und fern einer Antwort auf meine Fragen, von Milch und von Honig überflutet, untergegangen scheint. Unter jener zähen und kilometerdicken Masse liegen prächtige Dinge! Angeblich. Darunter liegen prachtvolle Erinnerungen! Angeblich. Doch selbst wenn sie das täten, verleiden mir Frauen und Männer mit Kellen und in weißbeige Kittel gekleidet, so gierig grabend wie sie nach einem türkischen Nougat in der Schwangerschaft wohl suchen würden, den Spaß. Sie flicken ihr falsches Nicken mit Umsichtigkeit, sie schicken Postkarten in die Vergangenheit, sie graben konservierte Bilder von Johnny auf seiner Harley aus und fahren in den Dschungel zu Oberst Kurtz. Diese Saufgelage-Archäologen-Vereinigung liebt die Erkenntnis und ich frage mich, als ich ihnen so bei der Arbeit zusehe: Geht es hier überhaupt um meine Texte? 


Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: