Kühl wird es morgens, so empfinde ich es heute, und man sagte mir gestern bereits, dass die vergangenen Tage ungewöhnlich warm gewesen seien und uns bald unter Umständen auch 10 Grad Celsius bevorstehen. Ohne echte Heizung wird das grenzwertig. Man erkundigte sich zwar, ob ich eine Decke hätte, und es steht ein Kamin im Zimmer vor meiner Unterkunft, an den scheinbar das gesamte Heizsystem des Bereiches jenes Hauses angeschlossen ist, aber, ja, aber: Ob der Kamin intakt ist, Holz vorhanden und so weiter, steht noch auf einem anderen Blatt.
Heute Morgen ist sowohl eine Abreise als auch ein erster Abtransport der Olivenernte. Die Kisten sollen in einen deutschen Lieferwagen gepackt werden, dafür werden morgens einige Hände benötigt. Ich sitze unweit des Umschlagplatzes und werde meine Hilfe anbieten – auch wenn es weder Frühstück noch Kaffee am Morgen geben wird.
Die Tasten meines Laptops lassen sich immer schwieriger betätigen, teilweise reagieren sie gar nicht mehr, so etwa das „ä“ oder der Geviertstrich und Halbgeviertstrich. Setzt sich dies auch auf umliegende Tasten fort, werde ich bald nur noch mit dem halben Alphabet schreiben können und müsste auf einige Sonderzeichen verzichten.
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Nun, nachdem die Oliven eingeladen sind und der Transporter fürs Erste abgefahren ist, konnte ich endlich meinen Stuhlgang verrichten. Seit Tagen blieb dieser aus und auch die Aussicht darauf war mir wenig günstig oder befriedigend. Der Grund dafür liegt in dem Umstand, dass die Toilettenspülung in dem mir nahegelegenen Bad außer Betrieb gesetzt ist, weil der poröse Schlauch vom Wandanschluss zur Spülarmatur undicht ist und Wasser verliert, wenn man ihn denn unter solches setzt. Meine diesbezügliche Behelfslösung ist ein Eimer mit Wasser, den ich statt der Spülung in die Toilettenschüssel gieße, um den Stuhl in die Kanalisation zu spülen – oder in die Jauchegrube, was auch immer unter dem Anwesen aus den 1700er Jahren liegen mag.
Aus dem benachbarten Olivenfeld steigt wieder Rauch auf. Wie auch gestern bereits, und ich frage mich, was dort wohl vollzogen wird? Vielleicht wird für den kühlen Morgen geheizt? Vielleicht werden einige Reste und Äste der gestrigen Olivenernte verbrannt …? Es wird mir ein Rätsel bleiben, aber es wird sich sicherlich auflösen, so wie der nun getätigte „Workaround“, aufgrund des unverfügbaren „ä“, mit „ae“ zu schreiben und die Korrektur des Textprogrammes drüber laufen zu lassen, die dieses dann korrigiert.
Gerade büchste einer der vier Abruzzen-Schäferhunde (Maremmano) des Hofes aus und stand vor mir. Es sind sehr große Tiere, sie bellen ziemlich laut und sie sind auch sonst recht imposant, wie ich beeindruckt feststellen musste. Der Arbeiter, der den Hund füttern wollte, wobei jener eben ausriss, rief ihn sodann zu sich, einmal und mehrmals. Der Hund verblieb jedoch erst einige Zeit neugierig vor mir, fing an zu bellen und folgte schließlich dem Geheiß des Arbeiters, hin zu seinem Bestimmungsort, von dem er mich nun weiter anbellt.
Die Arbeitsmoral für die Ernte ist ein wenig durchmischt, nicht gerade homogen. Einige fordern mehr Führung und Tätigkeit (obwohl sie sagen, sie seien nicht fit), andere sorgen dafür, dass ein riesiges Backlog an Tätigkeit entsteht (es liegen Unmengen an Olivenbaumästen auf dem Boden herum) und wieder andere möchten das Ganze langsam angehen, sind teilweise noch verletzt und wollen ohne Frühstück und Kaffee wenig bis gar nichts tun. Was Letzteres betrifft, werde ich nun erstmal jemanden aufsuchen, vielleicht ließe sich das ja ändern.
Gerade als ich nun aufstehen wollte, um mich um den Café zu kümmern, kam mir der mit Arbeitsgerät beschwerte Tross entgegen, zog zu den Olivenfeldern und auf meine Nachfrage eines Café bezüglich hin, antwortete man mir, ich solle mich an die Hausdame wenden, der übliche, mir bisher nicht bekannte 8 Uhr Café bei einem der Arbeiter, sei bereits vorbei.
So ist es wohl auf dieser Seite des Anwesens.