Der ewige Loner, Loser und Loverboy

Tagebuch zum Thema Reisen

von  S4SCH4

Wo in der Abwesenheit von jemandem, außerordentlich nette und fürsorgliche Worte fallen, mögen sie geschrieben, anderen weitergesagt oder sonstwie übermittelt sein, und wo, in Anwesenheit derselben Person, oft nichts passiert, eher noch Ignoranz herrscht und das Gefühl vermittelt wird, diese Person gehöre irgendwie doch nicht dazu, weiht sich das Außenseitertum und es feiert sich die Ausgeschlossenheit. Andersherum: Es feiert sich die eingeweihte Clique und die eingeschworene Gemeinschaft.

 

Derjenige, der diese außerordentlichen netten Worte finden mag … oder nicht, kann dies aus mehreren Motiven tun und lassen. Er kann unbeholfen mit seiner Zuneigung sein, er kann unbeholfen mit seiner Abneigung sein oder schlichtweg gar nicht wissen, was eigentlich was ist hinsichtlich Zuneigung und Abneigung. Oder beides miteinander und aneinander abgelten. Ihm in letzter Absicht zu unterstellen, dass er insgeheim an einem Außenseiter- und Cliquenplan arbeite, legte äußerst perfides Material an den Tag und lande auf dem Gebiet der Verschwörung(stheorie).
Mag man nun Muster erkennen oder nicht, es bleibt diagnostisch gesehen ein Zuschieben von psychosegleichen Verhaltensbildern und dort, wo der Buhmann stehen bleibt, wird derjenige, der dort gerade steht, eingesackt; will heißen: entweder das eigene Ich ist psychotisch oder die Person aus der Gruppe, die ein Innen und ein Außen maßgeblich vorantreibt, ist es – oder gleich alle zusammen. Wäre man nicht länger in solch einer Konstellation, fiele das ganze Gebilde freilich wieder weg; der Buhmann verschwindet. Verschwinden würde aber auch die Gemeinschaft und das Einzelne daran.

 

Ein Leben lang lebte ich mit unbeholfenen Personen und mit solchen, die nicht wussten (wissen wollten) was, was ist. Sich dafür auch noch verantwortlich und schuldig für diese Umstände vorzufinden, ist die logische Konsequenz eines scheiternden Außenseiters, dem übel mitgespielt wird, dem übel mitgespielt werden muss.
Denn auch ich zähle mich in Teilen zu den Unbeholfenen und den Unwissenden. Ja, ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass ich mich dazuzählen möchte. Eine Begründung für dieses Empfinden würde dem natürlich gleich wieder Abhilfe verschaffen und mich gewissermaßen qualifizieren. Eine Gratwanderung möchte ich gerade nicht vollziehen, dazu bin ich zu müde und zu kränklich; ich würde allzu schnell ins Taumeln kommen und stürzen. Belassen wir es für den Augenblick dabei.   

Im Kreise der Unbeholfenheit und des chaotischen Miteinanders kann man sehr wohl leben und seinen Weg finden, wäre da nicht der ewige Ruf nach etwas Ordnung, nach einer höheren Berufung und nach einem >ich-mache-das-nicht-mehr-mit< - oder eben jener Zusammenhalt, der sich auf das notwendige Außenseitertum beruft und es forciert, um ein Inneres überhaupt zu bilden.  

Hier schließe ich auch, ohne mich wiederholen zu wollen, die niedergeschriebenen Gedanken der letzten Tage rund um das Höhlengleichnis an.

 

Überhaupt, mir gefallen die Gedanken rund um die Gruppendynamik und das Außenseitertum nur bedingt, so wie einiges und insbesondere einiges an Gedanken dieser Tage.
Und so scheint mir, ich werde nicht mehr viel Zeit hier vor Ort verbringen können und muss mich zeitnah nach Alternativen umsehen.

 

Die wenigsten Chancen, die sich morgens bieten, sind am Abend auch noch welche. Das zählt für das, was war, was ist und was sein wird.



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: