Gesundheit, Freiheit und Gewinn … Drei Brüder gehen in die Spielbank.

Tagebuch zum Thema Reisen

von  S4SCH4

Heute ist es mir nicht möglich mit auf den Olivenfeldern zu helfen. Mein Halsschmerz kehrte heute Nacht zurück und brachte Kopf und Gliederschmerzen mit. Dazu der lädierte Fuß und mangelnder Schlaf. Ich werde mich erstmal ausruhen müssen, dann sehe ich weiter. Es tut mir ein wenig leid … für wen, weiß ich nicht, aber so ist es.

 

Um die Sauberkeit der Zimmer muss man sich offensichtlich selber kümmern, um Bedarfsartikel im Bad und WC ebenso, vielleicht gehe ich später zum Supermarkt, um etwas zu kaufen, denn es mangelt mir nicht nur am Toilettenpapier.

 

Dass mich die Tätigkeit ausfüllt, kann ich nicht sagen, sie ist mit vielen Unannehmlichkeiten und Befürchtungen verbunden. In ein sauberes und geruhsames Bett kommt man dadurch noch lange nicht und an gutes Essen ebenso wenig.

Hinzu kam, dass ich die letzten Tage kränkelte und eigentlich schlafen wollte. Außerdem muss ich mich nebenher noch um den ein oder anderen Einkauf, das Fahrrad und um die Wäsche kümmern. Ich will nicht sagen, es sei zu viel, aber meine Melancholie ist scharf an der Grenze zum Depressiven und das prokrastiniert nicht nur gerne, es zieht sich auf gleich mit runter. Da sind die „tut mir leid Gefühle“ gleich gefundenes Fressen.

 

Die Umgebung und die Leute versprechen eine Freiheit, die ich (und du) nicht einlösen kann (können) und es wird ersucht, dass man darüber spricht, also woran es liegt, dass es so ist. Doch über manches kann mehr schwer sprechen … oder gar nicht. Entweder ist der Spirit da … oder er fehlt. Entweder die Möglichkeit zum Gespräch ist da … oder nicht.

Dort, wo es mehr „Nichts“ gibt als ein „Da“, da fehlt es am Elementaren, doch was ist, wenn dieses Elementare gerade das ist, was man um der Nachhaltigkeit willen eben nicht will?

Ja, es sagt sich leicht: Es gibt hier keine echten Chancen für mich … und etwas in mir tut das leid, und etwas in mir vermischt mein Leid und wäscht es bei 40 Grad Celsius bunt … mit meinen Tränen. Ich habe es satt der Wischmobb zu sein und werde wütend. Das Versagen scheint mir ins Gesicht geschrieben, entweder, weil ich es sehe … oder, weil ich es bin … oder beides.

Weniger leicht sagt sich das, was man nicht sagen kann, weil die Worte dafür nicht subventioniert werden vom Elementaren.

 

„Also, was willst du jetzt? … Du kannst nicht beides haben!“

„Wer brachte mich in diese missliche Situation?“

„Es ist eine Chance!“

„Eine Chance, zu verlieren?“

„Ja, auch … also, was willst du jetzt?“

„Gewinn!“

„Was ist der Gewinn?“

„Das musst du schon wissen!“

„Nein, du musst das wissen!“

… „und schon wieder verloren…“

 

Den Menschen zu prüfen und ihn zu versuchen, vermag es vielleicht, dass ein Mensch ein Mensch bleiben könnte, ohne dass ihm die Felle allzu oft davonschwämmen oder er sich in einer dunklen Kammer einsperren müsse, um sich vor den Unwägbarkeiten zu verstecken und dort auf die rechte Zeit zu warten. Doch dieses Prüfen ist und bleibt ein Risiko, eines, das der Mensch trägt; mit seinen Gefühlen und seiner sanity. Und im Falle des Verlustes, verliert sich vielleicht sogar die Menschlichkeit.

 

Ohne Einsatz, kein Gewinn.

Ohne Gewinn, kein Einsatz.



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