Ein Geschenk, das viel kostet ...

Betrachtung zum Thema Christliche Themen

von  eiskimo

Was könnte es Passenderes geben als zu Weihnachten ein Monopoly? Dieses Gesellschaftsspiel des Immer Mehr und des Kaufens...... auf Teufel komm raus.

Aber der Weihnachtsmann hatte dieses Jahr die Nase voll von der klassischen Version, wo man den Gegenüber ja tunlichst in den Bankrott treiben muss - also hat Santa Claus das Spiel rechtzeitig zum Fest mal umgeschrieben..

Neuer Titel: Ein Wohltäter-Monopoly.

Kurzbeschreibung: Nicht der geldgeilste gewinnt, sondern der sozialste.

Spielanleitung: Das Startguthaben aller Mitspieler ist Zeit; Zeit, die sie für die unterschiedlichsten Notleidenden im Parcours aufwenden müssen.

Die Notlagen, Unfälle oder Sozialmassnahmen, zu denen sie mit ihrer Spielfigur per Würfel herangeführt werden, haben unterschiedlichen Schweregrad. 

Kleinere Pannen kosten dann nur fünf Minuten Händchenhalten, mittlere Sozialeinsätze zehn bis zwanzig Minuten pflegerischer Arbeit und die ganz harten menschlichen Dramen, die können 50 bis 60 Minuten intensivsten Einsatzes kosten.

Wer als erster sein Zeitguthaben von 500 Minuten aufgebraucht hat, gewinnt.

Kleine Erschwernis: Auf bestimmten Feldern - vergleichbar den Bahnhöfen in der Klassikversion - bekommt man wieder Minuten neu zugeteilt, so dass man weitere Notlagen bereinigen muss, um seine Uhr runterzuspielen.

Die Stationen, die man versorgt hat, gehen als "Strassenkarte" in den Besitz des Wohltäters über.

Kommt ein anderer dann auf sein schon erworbenes Feld, kann der Besitzer ihm "Strafzeit" aufbrummen, d.h. von seinem noch bestehenden Zeitkonto eine festgelegte Summe übertragen.

Wer über "Los" kommt, wird um 20 Minuten entlastet.

Das "Gefängnis" mochte Santa Claus bei seiner Wohltäter-Fassung nicht weiterverwenden. Er benannte es um in "Bonus -Tage". Wegen gesundheitsgefährdender Mehrarbeit muss der Spieler drei Runden aussetzen.

   Im Moment überlegt der Weihnachtsmann noch, ob er bei all dieser Sozialromantik nicht doch noch ein Stückchen Lebenswirklichkeit einbauen soll.

Konkret: Bevor eine "Strassenkarte" wirklich in den Besitz des Akteurs eingeht, muss er noch einmal würfeln. Hat er dann eine gerade Zahl, gilt sein Einsatz als erfolgreich und die Karte geht in seinen Besitz über.

Kommt aber eine ungerade Zahl, war alles umsonst. Keine Karte, und die investierte Zeit wird auch nicht abgezogen.

So kann es ja an der Sozialfront laufen- vergebliche Liebesmüh, und immer wieder Frust.

Echte Wohltäter halten das aber aus. Und so ist Santa Claus guter Dinge, dass seine so christlich ausgerichtete Spiel-Version tatsächlich Furore macht. Wenn nicht Weihnachten, wann dann?




Anmerkung von eiskimo:

Von beiden großen Kirchen abgesegnet. Die haben aber nicht das Monopol für Soziales. Jeder kann mitspielen. Gelegenheit, etwas Zeit zu investieren, gibt es reichlich.

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Kommentare zu diesem Text


 Tula (23.12.25, 20:06)
Das Problem, lieber eiskimo, im 'richtigen Leben' ist wohl, dass die größten Wohltäter gleichzeitig die größten Kapitalisten sind, die sich mit ihren Wohltaten öffentlich reinwaschen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Aber auch so, guter Versuch!

Wünsche für ein segenreiches Fest
Tula

 eiskimo meinte dazu am 24.12.25 um 05:00:
Danke für die guten Wünsche.
Wahrscheinlich hast Du recht. Ich dachte eher an die Alltags-Caritas, zu der sich jeder aufraffen könnte.Zu investieren wäre, wie gesagt, Zeit. Nicht unbedingt Geld.
Allerdings könnte man mit viel Geld endlich die sozial Tätigen besser honorieren.
LG
Eiskimo

Antwort geändert am 24.12.2025 um 05:02 Uhr
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