Nikolaus „Klaus“ Barbie (1913–1991) war ein deutscher SS-Hauptsturmführer, Gestapo-Chef in Lyon und einer der berüchtigtsten NS-Kriegsverbrecher, bekannt unter dem Beinamen „Der Schlächter von Lyon“. Er war verantwortlich für Folter, Deportation und die Hinrichtung tausender Résistance-Mitglieder und französischer Juden.
Frühes Leben und SS-Karriere
Geburt: Barbie wurde am 25. Oktober 1913 in Bad Godesberg geboren.
Aufstieg: 1935 trat er in die SS ein, 1937 in die NSDAP. Er wurde Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes (SD).
Kriegsbeginn: Nach Einsätzen in den Niederlanden wurde er im November 1942 nach Lyon versetzt, das in der von der Vichy-Regierung verwalteten Südzone Frankreichs lag.
„Schlächter von Lyon“ (1942–1944)
Als Leiter der Gestapo in Lyon (Sektion IV des SD) war Barbie von 1943 bis 1944 für die brutale Unterdrückung des französischen Widerstands zuständig.
Folter: Barbie war dafür bekannt, Gefangene im Hotel Terminus, dem Gestapo-Hauptquartier, persönlich gefoltert zu haben.
Verbrechen: Ihm werden die Deportation von tausenden Menschen, darunter viele Kinder, in Vernichtungslager zugeschrieben.
Kinder von Izieu: Im April 1944 ordnete Barbie die Razzia in einem Waisenhaus in Izieu an, bei der 44 jüdische Kinder und ihre Betreuer festgenommen und nach Auschwitz deportiert wurden.
Jean Moulin: Er gilt als Verantwortlicher für die Folterung und den Tod von Jean Moulin, dem wichtigsten Anführer der Résistance.
Nachkriegszeit, US-Agent und Flucht
Nach 1945 entzog sich Barbie der Strafverfolgung, indem er für den US-amerikanischen Geheimdienst CIC (Counter Intelligence Corps) arbeitete. Die USA nutzten ihn als Informanten im Kalten Krieg, da er über Kenntnisse im Antikommunismus verfügte.
Flucht: Mit Hilfe des US-Geheimdienstes gelangte Barbie über die sogenannte „Rattenlinie“ 1951 nach Bolivien.
Leben in Südamerika: Unter dem Namen Klaus Altmann lebte er in Bolivien, war zeitweise als Berater für die bolivianische Regierung tätig und soll in Waffenhandel sowie Verbindungen zum Drogenhandel verstrickt gewesen sein.
Aufspürung und Prozess
Jagd: Die Nazi-Jäger Beate und Serge Klarsfeld spürten Barbie Anfang der 1970er Jahre in Bolivien auf.
Auslieferung: Nach einem Regierungswechsel in Bolivien wurde Barbie am 4. Februar 1983 an Frankreich übergeben.
Prozess 1987: Der Prozess in Lyon war der erste Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Frankreich. Barbie wurde zu lebenslanger Haft verurteilt
Tod
Klaus Barbie starb am 25. September 1991 im Alter von 77 Jahren in Haft in Lyon an Krebs. Er hat bis zuletzt keine Reue für seine Taten gezeigt.
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