Mein Freund der Himmel

Kurzprosa

von  niemand



Wenn die Sonne scheint, scheint die gesamte Umgebung heiter. Die Menschen wirken zufrieden, fast glücklich und die meisten sind es ja irgendwie auch. Die Helligkeit weckt Zuversicht, schafft nicht selten gute Laune, weckt Lebensgeister. So ist es häufig, aber nicht immer. Ich kann mich an Zeiten der tiefsten Traurigkeit erinnern, in welchen ich mir einen grauen Himmel mit Regenfällen gewünscht hatte. Für so manchen nicht verständlich, aber es gab nichts Schlimmeres als einen mit Sonne getränkten Tag. Nichts Aufdringlicheres, als dieses grinsende Gelb auf knallblauem Himmel. In dieser Zeit waren graue Wolken wie eine schützende Decke, welche sich über meine Zerbrechlichkeit legte. Der Himmel war mein Freund an solchen Tagen. Es war als spräche er zu mir: Du musst keinen zuversichtlich anschauen, keinem einen heiteren Gemütszustand vortäuschen. Die meisten Menschen sind sowieso mürrisch und schlecht gelaunt, wenn ich mich verdunkle. Ja, der Himmel verstand mich. Und wenn es ganz schlimm war, schenkte er mir ein paar Regenstunden. Dann tropften wir um die Wette und keiner bemerkte, woher mein eigenes Wasser kam, das mir über die Wangen rollte. Es war als hätten wir beide eine Art Brüderschaft geschlossen. Manchmal, im Sommer, wenn sich ein heiterer Tag ein wenig zu bedecken versucht, erinnere ich mich seiner hilfreichen Zeit. Dann schaue ich den Himmel an. Er zwinkert mir zu und ich weiß, dass ich immer noch einen Freund da oben habe.



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Kommentare zu diesem Text


 Citronella (27.02.26, 18:21)
Kann ich gut nachvollziehen!

LG Citronella

 Citronella (27.02.26, 18:21)
Doppelpost

Kommentar geändert am 27.02.2026 um 18:21 Uhr

 niemand meinte dazu am 27.02.26 um 18:24:
Macht nix. Ich nehme es als Doppelkompliment  ;)
Aber ich kenne das, einmal falsch geklickt und schon
vervielfältigt sich die Sache.

Mit liebem Dank und Grüßen, Irene

 Moppel (27.02.26, 19:59)
der Blick in den Himmel kann sehr befreiend sein, liebe Irene. lG von M.
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