IST ES EIN (AUF-DIE-NERVEN-)GEN-DEFEKT, WENN MANCHE FRAUENZIMMER IMMER GERN DAS LETZTE WORT HABEN UND DIE ERSTE GEIGE SPIELEN WOLLEN?

Prosagedicht zum Thema Ironie

von  harzgebirgler



i wo! es ist auch keine frage der eitelkeit, nein, es ist eine frage der hygiene. eine feine, weibliche sauberkeit im diskurs, wenn die gnädige frau allenthalben das letzte wort für sich beansprucht. es ist die sorge um die weltordnung. denn was bliebe, ließe man den manns-mann den schlusspunkt setzen? ein punkt, kaum sichtbar, ein zögerliches "vielleicht". nein, das ende muss ein ausrufezeichen tragen, geschwungen wie eine locke, unumstößlich wie ein gesetz. es ist ein akt der nächstenliebe, den herren das mühselige bedenken der konsequenzen abzunehmen.


und die erste geige? nun, sie zu spielen ist pures soziales engagement. wer, wenn nicht sie, soll die lauten töne der realität so lange überstimmen, bis alle beteiligten im einklang – nämlich ihrem eigenen – harmonieren? es ist das opfer der selbstaufgabe, das sie erbringt, indem sie das orchester anführt, dirigiert und nebenbei noch die noten korrigiert. man muss es verstehen: es ist ein harter job, das zepter zu führen, wenn die anderen nur händchen halten wollen.


so beugt sie sich vor, das letzte wort wie ein diadem auf dem haupt, die geige fest unter dem kinn. nicht, weil sie herrschen will, nein,
wo kämen wir denn da hin? sondern weil jemand die ordnung aufrechterhalten muss, während der rest der welt noch nach den noten sucht. es ist eine bürde. eine sehr, sehr wohlklingende bürde...


:D



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