Richtigstellung 51 - Sachsen in der Welt

Betrachtung zum Thema Absurdes

von  tueichler

So um etwa 1990, 18 Uhr und 17 Minuten war es am Diani Beach, südlich von Mombasa. Die Reisegruppe aus Dresden war eben angekommen und sammelte sich zum Briefeng im Ferienclub. Es wurden die Pässe geprüft und die Anmeldedaten fertig gemacht.

Der Grossteil der Reisenden sprach zwar Russisch auf A2 Niveau, das war jedoch hier höchst nutzlos (der Überfall auf die Urlaubsidylle durch Oligarchenkinder stand erst in einigen Jahren bevor!). Dagegen waren Englischkenntnisse eher dürftig ausgeprägt. Ebenso hatte keiner der Gruppe Cocktailerfahrung, ausser Steffen, der als offizieller Mitarbeiter von Schild und Schwert der Partei schon häufig hinter den feindlichen Linien in Bremen gearbeitet hatte. Auch ohne nachzufragen hätte man schnell erraten, dass er ein begnadeter Gigolo war.

So kam es auch, dass die Concierge auf Englisch zur Begrüssung fragte, wer denn gern welchen Cocktail haben möchte. Man verstand wenig und murmelte dann irgend etwas, das die Concierge deuten sollte und nach kurzer Zeit brachte.

Beherzt griff Klaus zu und handelte sich auch prompt Ärger ein. Fälschlicherweise nahm er Steffens Glas, und wollte es gerade in einem Zug leeren, als Steffen ihm in den Arm viel und Klaus anblaffte.

„Kannsdedirdasvelleischdmamerggng! Das hier is Mei Thai un das da drühm is Dai Quiri! Mergsde Dir das jezzema!“

Dies wiederum hörte die Concierge, die die Begrüssung vornahm, jedoch leider kein Sächsisch verstand. Jedenfalls versuchte sie die Begebenheit ihrem Bar-Tender lautmalerisch zu schildern, worauf der die Idee hatte, die Cocktails einfach genauso zu benennen, da die Gäste es ja wohl wissen müssten. Maithai und Daiquiri!



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