Wildwechsel

Sonett zum Thema Abschied

von  Janna

Fast märchenhaft erschien mir jener Morgen,
als erste Strahlen durch den Nebel drangen
und aus dem Dickicht lautos Rehe sprangen.
Ganz grundlos machte ich - nur kurz - mir Sorgen.

Der  zarte Schleier hob sich für Sekunden
und Sonnenlicht durchbrach die Nebelmauer.
Für eines Atemzuges kurze Dauer
empfand ich mich dem Leben tief verbunden.

Ich kehrte um, die Angst war längst gewichen
Zu schön der Tag, um Zweifeln nachzuhängen.
Doch etwas schien nach Hause mich zu drängen.

Die Nachricht sprach mir Mutter auf das Band.
Ein Schluchzen, Weinen und ganz leis dazwischen,

dass sie den Vater tot am Boden fand.




Anmerkung von Janna:

2006, gewidmet.

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Kommentare zu diesem Text


 plotzn (08.07.26, 08:54)
Servus Janna,

ein tiefer Sturz von "dem Leben tief verbunden" bis zum toten Vater. Viel größer könnte der Kontrast nicht sein.

Ich habe sie selbst noch nicht erlebt, aber ich könnte mit vorstellen, dass es sie gibt, diese wissenschaftlich nicht erklärbaren Vorahnungen.

Liebe Grüße
Stefan
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