STIRB NICHT

Gedicht

von  Drita




Stirb nicht,

bevor du hörst,

wie die Stille

unter den Wurzeln

der Nacht wächst.

Stirb nicht,

solange das Wort

dir noch ein Fenster hat,

durch das es atmen kann.

Stirb nicht

mit leeren Händen.

Selbst der Stein

bewahrt

die Erinnerung an das Wasser,

selbst die Asche

kennt den Namen

der Flamme.

Es gibt Tage,

die barfuß

über die Brust der Erde gehen,

und niemand

hört ihren Schritt.

Bleib.

Bis dein Schatten

sich nicht mehr

vor dem Licht

fürchtet.

Bis dein Herz

lernt,

auch für das zu schlagen,

was nicht

zurückkehrt.

Und wenn der Tod

deinen Namen ruft,

möge er dich finden,

wie du

mit dem Wind sprichst,

mit einer Eiche,

oder mit einem Vogel,

der nicht weiß,

was Ende heißt.

Stirb nicht,

bevor die Stille

deine Stimme

als einen Samen annimmt,

der niemals aufhört,

zu keimen.



Hinweis: Der Verfasser wünscht generell keine Kommentare von downunder.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Janna (07.08.26, 11:00)
Das ist einfach nur schön und berührt mich sehr. Vll., weil ich mich gerade oft mit dem Gedanken an den Tod beschäftige.
Danke für dieses schöne Gedicht!

Liebe Grüße

Janna
Zur Zeit online: